#145 - Better be bold: Was D2C-Brands dem Mittelstand über Community Building beibringen können

Wie baut man eine Brand, die Kunden zu Fans macht? Dennis Baltzer, Gründer der weltweit ersten Glatzenpflegemarke BETTER BE BOLD, zeigt im Gespräch mit Joubin Rahimi, wie Community Building, cleveres Social Media Marketing und echte Haltung eine Nische in ein Millionen-Business verwandeln. Von TikTok-Strategien über Influencer-Herausforderungen bis hin zu konkreten Tipps für den Mittelstand: Dieser Beitrag liefert praxisnahe Insights für alle, die ihr digitales Marketing auf das nächste Level heben wollen.

Wenn du langfristig eine Community aufbauen willst, was nicht funktioniert, ist, wenn du die ganze Zeit über deine Produkte redest. Das musst du da reinmischen, weil am Ende willst du was verkaufen, aber du kannst nicht den ganzen Tag nur Cremes erklären, das ist halt langweilig. Das heißt, wir machen Straßenumfragen, wir gehen raus und reden über das Thema Glatze, auch über die emotionalen Themen, über Fragen Frauen, also alle Perspektiven, was man zu dem Thema machen kann, um den Unterhaltungswert einfach hochzuhalten.

Dennis Baltzer CEO BETTER BE BOLD

Von der Glatze zum Millionen-Business: Was Unternehmen von BETTER BE BOLD über Community, Content und Haltung lernen können

Acht von zehn Männern sind von erblich bedingtem Haarausfall betroffen. Und doch gab es bis vor wenigen Jahren kein einziges Pflegeprodukt, das sich gezielt an Glatzenträger richtet. Dennis Baltzer hat das geändert. Mit BETTER BE BOLD hat er die weltweit erste Premium-Pflegemarke für Menschen mit Glatze gegründet und dabei eine Marke aufgebaut, von der nicht nur D2C-Startups, sondern auch etablierte B2B-Unternehmen eine Menge lernen können.

Im insights!-Videocast spricht Joubin Rahimi mit Dennis über seinen Weg vom MyMüsli-Geschäftsführer zum Gründer, über die Kraft einer aktiven Community und darüber, warum Social Media im Mittelstand immer noch unterschätzt wird. Was dabei herauskommt, ist keine klassische Gründergeschichte, sondern eine Blaupause für modernes Marketing.

Haarausfall, Mut und eine Lücke im Markt: Die Entstehung von BETTER BE BOLD

Bevor Dennis Baltzer zum Glätzenpflege-Pionier wurde, hatte er selbst Haare. Sogar richtig viele, wie er im Gespräch mit einem Augenzwinkern betont. Nach seinem Studium stieg er bei MyMüsli ein, arbeitete sich vom Vertriebler bis zum Geschäftsführer hoch und verließ das Unternehmen 2019 mit einer neuen Idee im Kopf. Denn Mitte 20 begann der erblich bedingte Haarausfall und nach vier Jahren vergeblicher Rettungsversuche mit diversen Shampoos rasierte er ab. Was dann kam, kennen viele Glatzenträger: trockene Kopfhaut, Irritationen durch die regelmäßige Rasur, starkes Fetten, Sonnenbrand auf dem Kopf. Dennis suchte nach Lösungen und fand keine. Also entwickelte er sie selbst. Heute umfasst das BETTER BE BOLD-Sortiment mattierende Glatzencremes, speziellen Sonnenschutz und After-Shave-Balm. Und ja, das Unternehmen war auch in der Höhle der Löwen zu Gast.

Deine Community ist keine Zielgruppe, sie ist dein Produkt-Team

Was BETTER BE BOLD von vielen anderen Brands unterscheidet, ist der Umgang mit der eigenen Community. Dennis setzt auf radikale Einbindung: 20 bis 30 Kernmitglieder stimmen über Produktdesigns und Formulierungen ab. Content-Ideen kommen direkt aus der Community. Die Flop-Rate bei Neuprodukten? Extrem niedrig.

Das Ergebnis spricht für sich: 25 Prozent der Neukunden kommen über reine Empfehlungen, ohne Incentives, ohne Werbedruck. Dennis nennt sie „Glatzenmissionäre“, Kunden, die die Marke aktiv weiterempfehlen, weil sie sich mit ihr identifizieren. Das funktioniert aber nur, wenn eine Marke mehr bietet als gute Produkte. Die Menschen müssen spüren, dass die Brand für etwas steht.

Was du daraus mitnehmen kannst:

  • Binde deine Kunden aktiv in die Produktentwicklung ein, das senkt Risiken und schafft Loyalität
  • Empfehlungsmarketing funktioniert nur, wenn deine Marke emotional andockt
  • Community ist kein Nice-to-have, sondern ein strategischer Wettbewerbsvorteil

TikTok ist kein Jugendkanal: Warum die Zielgruppe 40+ längst da ist

TikTok und eine Zielgruppe Mitte 40? Das klingt erstmal nach einem Widerspruch. Dennis und sein Team dachten das auch und haben spät mit der Plattform gestartet. Die Strategie war simpel: bestehende Instagram-Videos auf TikTok hochladen und schauen, was passiert. Das dritte Video erreichte eine Million Aufrufe.   Entscheidend ist nicht die Plattform-Demografie, sondern der Algorithmus und dein Content. BETTER BE BOLD überwacht wöchentlich die Altersverteilung der Zuschauer. 80 Prozent sind über 25 Jahre alt, also genau die Zielgruppe. Besonders gut funktionieren Rasurvideos mit dem elektrischen Rasierer, deutlich besser als reine Skincare-Inhalte. Der Schlüssel: Unterhaltung statt Produkterklärung.

Influencer Marketing in der Nische: Warum der Glatzen-Creator fehlt

Influencer Marketing klingt einfach: Finde jemanden mit Reichweite, der dein Produkt zeigt. In der Praxis ist es für Nischenmarken wie BETTER BE BOLD aber komplizierter. Denn Influencer mit Glatze gibt es zwar, aber die machen in der Regel keinen Glatzen-Content, sondern berichten über Autos, Sport oder Lifestyle. Die Follower folgen also nicht wegen der Frisur, sondern wegen des Themas.   Dennis hat daraus eine kluge Konsequenz gezogen: Er wurde selbst zum Gesicht der Marke. Als Gründer liefert er den seriöseren Content, während der Social Media Manager den wilderen, unterhaltsameren Part übernimmt, inklusive Waxing-Videos und Straßenumfragen. Diese Rollenverteilung gibt der Marke Tiefe und Authentizität. Für andere Unternehmen bedeutet das: Bevor du nach dem perfekten Influencer suchst, überleg dir, ob die Gesichter nicht schon in deinem eigenen Team sitzen.

Social Media im Mittelstand: Zwischen Praktikant und Perfektionismus

Dennis hat im Gespräch eine Beobachtung geteilt, die viele Unternehmer unbequem finden dürfte: Zu viele Mittelständler behandeln Social Media als Checklistenpunkt, der irgendwo zwischen Azubi-Projekt und Pflichtaufgabe rangiert. Die Folge: halbherzige Inhalte, keine Strategie, keine Ergebnisse.

Auf der anderen Seite warnt Dennis aber auch vor Übertreibung: Wenn jedes Video durch 36 Gremien bis zur Geschäftsführung freigegeben werden muss, verlierst du jede Agilität. Agenturen werden verrückt, Cutter verlieren die Motivation, und am Ende postest du zwei Videos pro Woche statt täglich. Social Media braucht Schlagzahl, klare No-Gos und die Freiheit, Dinge auszuprobieren.

Die wichtigsten Prinzipien auf einen Blick:

  • Investiere in kompetente Leute, nicht in billige Arbeitskraft
  • Definiere No-Gos (keine Kraftausdrücke, keine politischen Statements) und gib innerhalb dieses Rahmens Freiheit
  • Akzeptiere, dass nicht jeder Post perfekt sein muss
  • Sei offen für Vorschläge deines Teams und deiner Agentur

Customer Journey neu gedacht: Wenn die Käuferin nicht die Nutzerin ist

Ein faszinierendes Detail aus dem Gespräch: 40 Prozent der Käufer bei BETTER BE BOLD sind Frauen, die die Produkte für ihre Partner kaufen. Das wirft spannende Fragen für das gesamte Marketing auf: Joubin Rahimi selbst hat die Produkte von seiner Frau geschenkt bekommen, sie benutzt, gut gefunden, aber nicht nachgekauft. Ein klassischer Gap zwischen Käufer und Nutzer.

Dennis nimmt dieses Feedback ernst und will prüfen, ob weibliche E-Mail-Adressen im Marketing anders bespielt werden sollten als männliche. Denn die Frau kauft für jemand anderen, das erfordert eine andere Ansprache und andere Trigger für den Wiederkauf. Für jedes E-Commerce-Unternehmen ist das ein relevanter Denkansatz: Wer kauft dein Produkt wirklich? Und wer nutzt es? Sind deine Marketingmaßnahmen auf beide ausgerichtet?

Haltung zeigen: Warum Glatze nicht gleich rechtsradikal ist

Einer der ehrlichsten Momente im Gespräch: Sowohl Dennis als auch Joubin sprechen offen darüber, wie Glatzenträger im Alltag wahrgenommen werden. Die Angst, als rechtsradikal oder als Hooligan eingestuft zu werden, hat bei beiden eine Rolle bei der Entscheidung zur Glatze gespielt. Im Jahr 2025 muss sich ein Mann immer noch Gedanken darüber machen, ob seine Frisur politisch fehlinterpretiert wird.   BETTER BE BOLD geht damit aktiv um: Mit einer Aktion in Berlin, bei der 50 Glatzentattoos verschenkt wurden, setzt die Marke ein Zeichen gegen Vorurteile. Das ist nicht nur cleveres Marketing, sondern echte Haltung. Und genau das unterscheidet Marken, die bleiben, von Marken, die austauschbar sind. Wenn du als Unternehmen für etwas stehst, das über dein Produkt hinausgeht, gewinnst du die Herzen deiner Kunden.

D2C-Learnings für B2B-Unternehmen

Joubin bringt im Gespräch einen spannenden Transfer: Community Building funktioniert nicht nur für hippe D2C-Brands, sondern auch im B2B. Hilti hat längst eine eigene Community, auch wenn sie anders aussieht. Auf TikTok gehen Baustellenvideos viral, und wenn ein Handwerker sagt „geiler Scheiß, die Bohrmaschine“, dann ist das die stärkste Werbung, die du bekommen kannst.

Dennis stimmt zu und betont: Content und Community sind nicht exklusiv für Konsumgütermarken. Im B2B mag der Weg über zwei Ecken gehen und die Messbarkeit ist schwieriger, aber der Grundsatz bleibt derselbe: Wenn du es schaffst, dass Menschen sich emotional mit deiner Marke identifizieren, hast du einen Wettbewerbsvorteil, den kein Preiskampf kopieren kann.

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Hier ist der Inhalt:

Joubin Rahimi

Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von insights! Mein Name ist Joubin, Joubin Rahimi und heute mit Dennis Baltzer.  Hi, Dennis.

 

Dennis Baltzer

Hi, schön, dass ich da sein darf. Dankeschön.

 

Joubin Rahimi

Total gerne. Also erzähl zwei, drei Sätze zu dir und dann muss ich da gleich einhaken.

 

Dennis Baltzer

Gerne, gerne, gerne. Ich bin Dennis Baltzer, 38 Jahre jung, verheirate zwei Kinder aus dem schönen Iserlohn. Und ich habe vor fünf Jahren, und ich habe mich gerade sehr über deine Frisur gefreut, als ich sie unter der Kappe sehen durfte, habe mit Better be Bold die erste Glatzenpflegemarke der Welt gegründet und das jetzt im fünften Jahr und es macht mir jeden Tag Spaß.

 

Joubin Rahimi

Wie bist du drauf gekommen? Was hast du vorher gemacht? Wie bist du drauf gekommen?

 

Dennis Baltzer

Ich habe vorher, ich habe Haare gehabt, unvorstellbar. Und ich habe Müsli verkauft, also MyMüsli kennen vielleicht viele. Da war ich so einer der ersteren Mitarbeiter und habe da so nach dem Studium rein mit Vertrieb begonnen und mich dann so ein bisschen mit dem Unternehmen mitentwickelt. War die letzten zwei Jahre da Geschäftsführer, bin dann 2019 raus, weil ich dann so eine Idee bekam und zwar bevor ich die Idee bekam, bekam ich Haarausfall. Acht von zehn Männer sind da betroffen, erblich bedingt. Mein Papa hatte auch nicht ganz so viel.

 

Joubin Rahimi

Wie alt warst du da, als es anfing?

 

Dennis Baltzer

Das war so mit meinem ehemaligen besten Freund, da war ich so Mitte 20, wo ich gemerkt habe, es wird so ein bisschen dünner und lichter. Und dann hat es so vier Jahre gedauert, wo ich so versucht hab zu retten, was so zu retten ist mit Shampoos. Und wir alle kennen diese Werbung vergeblich, wie man heute sieht. Ich habe dann abrasiert und dann so ein bisschen gesehen, Kopfhaut, wenn die Haare fehlen und der Schutz fehlt, braucht schon eine besondere Pflege oder bringt erst mal so ein paar Problemchen. Und dann habe ich gedacht, wenn ich dieses Problem habe, dann haben das vielleicht auch noch so ein paar andere. Und dann kam so die Idee für Better be bold, also spezielle Produkte zu entwickeln, die helfen, seine Glatze in Schuss zu halten und zu schützen und gesund zu halten.

 

Joubin Rahimi

Wir haben ja so eine ähnliche Geschichte, weil ich habe ja auch keine Haare. Du siehst hier oben, hier habe ich richtigen Busch dahinter leer. Ach, du hast, dann habe ich da einen Kranz maximal hässlich aus, aber ich habe auch lange dran gehalten. Jetzt habt ihr eine Anekdote und das Witzige war, Ich war so 27, 28 Berater, war bei einem großen Handelskonzern, bei der Metro war ich als Berater. Ich war IBM bei der IBM angestellt, hatte so einen Dreireiher an, wog auch noch ein bisschen mehr. Ich war Ende 20 und das war dann so die Zeit, wo ich dann halt auch Frauen, die richtige Frau fürs Leben zu finden. Mich haben immer nur viel Ältere angesprochen,

 

Dennis Baltzer

als du eine Glatz hattest oder mit Haarausfall.

 

Joubin Rahimi

Mit Haarausfall witzigerweise, weil ich einfach dieses schütternde Haar hatte und dann hat Daddy Vibes gehabt. Unglaublich. Und die Projektleiterin, der habe ich dann am letzten Tag mein Du angeboten. Sie meinte endlich, endlich, endlich, Wieso endlich? Die war für mich Mitte dreißig, Ende dreißig. Sie meine, du bist ja viel älter als ich.

 

Dennis Baltzer

Ach so, sie hat darauf gewartet, dass du ihr das Du anbietest, weil ich

 

Joubin Rahimi

der Ältere bin und dann von Düsseldorf nach Köln gezogen, abrasiert, meine Frau bisschen später kennengelernt und hätte ich niemals angesprochen oder wir diskutieren immer noch, wer wen angesprochen hat. Niemals dich gedatet hättest du so schütterndes Haar gehabt,

 

Dennis Baltzer

aber fiel es dir leicht abzurasieren oder hast du schon gestruggelt ein bisschen?

 

Joubin Rahimi

Also ich hab lange gestruggelt, aber eigentlich war es nicht so schwierig. Ich habe aber echt einen Fehler gemacht. Ich bin zum Friseur gegangen, der wusste gar nicht, was er machen sollte. Ich will jetzt eine Glatze haben.

 

Dennis Baltzer

Vor allem an der Kasse ist ja die Frage, diese Frisur steht ja gar nicht auf meiner Preisliste. Was nehme ich dir denn jetzt ab dafür?

 

Joubin Rahimi

Und dann war es so, wie du gesagt hast, du hattest ja überall, also Schuppenflechte oder die Haut waren total fettig. Genau und das hat bisschen gedauert.

 

Dennis Baltzer

Ja, aber ist doch schön, dass du dich wohlfühlst. Ich meine, das ist ja die Hauptsache und ich finde das auch immer eine tolle Botschaft, wenn man rausgeht und guck mal so Beispiel wie du und ich, die irgendwie auch den Weg gemacht haben und was ja auch irgendwie zeigt so ein bisschen, es ist ein Thema, was Männer auch in dem Alter gerade so beschäftigt und was das dann auch für ein befreiender Step sein kann zu sagen, ich rasier ab und im besten Fall fühle ich auch noch wohl dabei oder steht mir noch so halbwegs. Das finde ich immer. Mach doch Mut für die Männer da draußen, die vielleicht mit der Frisur rumlaufen, die du mit 27 hattest.

 

Joubin Rahimi

Das Spannende ist ja jetzt, wir können auch mal kurz aufs Produkt gehen. Meine Frau hat, als ihr rausgekommen seid, mir zum Geburtstag geschenkt.

 

Joubin Rahimi

Geil.  ich habe es auch mit probiert.

 

Dennis Baltzer

Ja mega.

 

Joubin Rahimi

Ich habe aber aufgehört, da können wir gleich nochmal auf Reaktivierung der Nutzer gehen.

 

Dennis Baltzer

Das machen wir.

 

Joubin Rahimi

Aber man sieht es auch. Bei dir ist es viel ist halt glänzt nicht, bei mir glänzt es deutlich mehr.

 

Dennis Baltzer

Ja, obwohl ich ja schon finde, gibt ja viele Wege, die nach Rom rumführen kann auch sein, aber sieht schon alles top aus bei dir.

 

Joubin Rahimi

Aber das war schon ganz witzig, weil ich habe dann immer mit Make up eine Zeit lang vor Aufnahmen gehabt.

 

Dennis Baltzer

Ach.

 

Joubin Rahimi

geht gar nicht.

 

Dennis Baltzer

geht schon, aber willst halt nicht den ganzen Tag mit rumlaufen oder morgens früh den Aufwand da betreiben

 

Joubin Rahimi

dann die Cappies. Ich bin kein Profi drin, aber das lernst du.

 

Dennis Baltzer

größtes Learning bei uns ist immer, wir haben ja unser typischer Kunde ist halt männlich, häufig so Mitte 30, also Durchschnittskunde ist Mitte 40, man merkt immer wieder, Männer wollen es einfach, wenn die dann stundenlang morgens mit einem Pinsel und Puder und so, das ist vielen auch einfach ein bisschen zu feminin und zu aufwendig und deswegen, das merken wir immer wieder bei Produkten, die Produkte, die funktionieren sofort, also einfach sofort einen Effekt haben und einfach sind. Das finde ich immer gut

 

Joubin Rahimi

ich muss sagen, was ja funktioniert hat, ich habe das bis zum Ende genutzt, aber ich habe es nicht gekauft und dann habe ich es auch nicht direkt nachgekauft, weil meine Frau fand, also ich gucke mich ja nicht dauernd im Spiegel an, sie sieht mich ja mehr als ich mich sehe. Sie hat es mir aber auch nicht direkt nachgekauft. Also wie geht ihr damit um? Weil das bestimmt, wir sind bestimmt kein Einzelfall, ne?

 

Dennis Baltzer

Also das ist ja eine klassische Customer Journey Thematik. Das heißt Käufer, also haben wir ganz häufig Käufer ist die Frau oder der Kumpel, also nicht der Nutzer selber, du bist der Nutzer, der Käufer war jemand anders und vermutlich, was wir machen müssen jetzt nach dem Feedback, also ich würde das Thema jetzt noch mal mitnehmen mit unserer E Mail Agentur besprechen und guckt euch doch bitte noch mal an. Also wir können ja weibliche Zielgruppen von männlichen im E-Mail Marketing trennen und ich würde jetzt einfach noch mal hingehen und gucken, kriegen die weiblichen E Mail Adressen die gleichen E Mails wie die männlichen? Also vielleicht müssen wir da den Ansatz im Wording noch mal anders finden, weil weil uns halt bewusst sein muss, die nutzen es nicht selber, sondern die sollen es vielleicht wieder für ihren Mann kaufen oder die E Mail dem Mann weiterleihen, dass du selber kaufst. Also das wäre jetzt noch mal so ein Learning, was ich mitnehmen würde daraus zu kriegen die Frauen bei uns auch wirklich die richtige Ansprache? Deswegen allein dafür hat sich heute schon gelohnt hier zu sein.

 

Joubin Rahimi

Es gibt ja auch irgendeinen Unterhosen Online Versender eigentlich für Männer hauptsächlich die haben dann auch Frauenpants angefangen rauszuholen und du konntest dann sagen ich schenke meiner Frau Freundin auch die Pants, aber du musst es E Mail Adresse und die Versandadresse geben. Das gemacht und dann Target

 

Dennis Baltzer

Mail Adresse haben wir ja von deiner Frau also sonst hätte sie ja nicht kaufen können, nicht von dir. Genau und jetzt ist die Frage eigentlich bräuchten wir deine oder wir müssen deine Frau besser bespielen.

 

Joubin Rahimi

Genau oder irgend so ein Insentive. Okay, sind wir schon in so einem Lösungsraum.

 

Dennis Baltzer

Wir finden eine Lösung.

 

Joubin Rahimi

Du bist ja hier auf dem ECC Forum und ihr redet ja auch über Social Media oder du hauptsächlich. Jetzt wird TikTok in Amerika immer mehr eingedampft. Wie siehst du das hier im deutschen Bereich? Also ist das so eine Jugendgeschichte und ist nicht schlimm oder wie ist erstmal deine Einschätzung zur Nutzung von TikTok?

 

Dennis Baltzer

Also wir haben auch spät oder später mit TikTok gestartet. Also sag mal Facebook, Insta haben wir alles gemacht. YouTube und TikTok kam relativ spät, weil auch immer so ein bisschen die Meinung herrschte von wegen wie eben besprochen unser durchschnittlicher Zielkunde ist männlich Mitte 40 und wir haben nicht so richtig dran geglaubt, dass der auf TikTok unterwegs ist und dann haben wir gesagt komm die Barriere ist ja relativ leicht wir nehmen jetzt einfach mal die besten Videos von Insta, laden die mal gucken was passiert und dann hatte irgendwie das dritte Video hatte eine Million Aufrufe, wo wir gesehen haben so okay der Algorithmus ist schon abgefahren also eine Million Aufrufe bei Insta ist schon ein bisschen schwieriger. Und dann haben wir uns damit beschäftigt. Wir haben mittlerweile, wenn wir TikTok bespielen, wir haben so eine so eine Weekly KPI Übersicht und da kannst du bei TikTok in den Insights sehen, wie, also wir haben einfach gesagt, wie ist die Quote von Zuschauern zwischen 18 und 24 und diese Quote muss bei uns immer sehr gering sein, weil die sollen unsere Videos nicht gucken, weil, weiß nicht, die kaufen es am Ende nicht und die Quote ist bei uns irgendwie bei 80 Prozent. Das heißt, wir sehen A, wir scheinen den richtigen Content zu machen, den der Algorithmus als solches erkennt und auch der Zielgruppe 25 ausspielt und wir sehen anhand des Trackings und anhand der Ads auch, dass es konvertiert. Von daher ist das eine Thematik, wo wir immer sagen, wir gucken uns das an, aber immer mit einem klaren Ziel von wegen, dass wir sagen, ist der Content, müssen wir den Content für die Plattform anpassen, erreichen wir die richtigen Leute und am Ende ist der ROAS, also der Return on Invest einfach am Ende passt das für das, was wir investieren, ob jetzt zeitlich oder monetär.

 

Joubin Rahimi

Du hast gesagt, ihr wart überrascht, dass dann doch die älteren Herren auf TikTok sind. Kannst du sagen, in welchen sozialen Schichten, Kontext das ist oder ist es gemischt?

 

Dennis Baltzer

Sozialer Kontext weiß ich gar nicht. Aber am Ende des Tages ist ja TikTok auch einfach wahnsinnig viel Unterhaltung und du findest ja irgendwie alles Mögliche. Von daher, wir haben lustigerweise gemerkt, dass wir seit wir den elektrischen Rasierer benutzen und Rasurvideos zeigen, die funktionieren besser als, ich sag mal so Skincare Geschichten. Also das ist das, was wir rausgezogen haben. Da muss ich ehrlicherweise hin. Also wir haben einfach gemerkt, die Art von Videos funktionieren, also machen wir ganz viel davon und tiefer haben wir es dann am Ende auch nicht hinterfragt, aber

 

Joubin Rahimi

ist auch wahrscheinlich egal, oder? Das Produkt kann sich fast jeder leisten.

 

Dennis Baltzer

Ja genau. Also wir sind jetzt nicht in einem, wir sind in einem Premium Bereich, wo man sagt, das ist jetzt kein Temu Preis oder sowas, aber irgendwo im Bereich die Produkte liegen bei uns so zwischen 25 und 100 Euro, je nach Produkt und Set, wo man jetzt so sagt, egal wie man jetzt aufgestellt ist, wenn man das unbedingt möchte, ist es leistbar.

 

Joubin Rahimi

Arbeitet ihr mit Influencern auch?

 

Dennis Baltzer

Ist jetzt nicht unser Kernthema, aber machen wir auch. Herausforderung bei uns ist immer so ein bisschen die Thematik. Es ist leicht Influencer zu finden, die eine Glatze haben, aber was ja immer der Optimal Case ist, derjenige hat eine Glatze und macht Glatzen Content. Und wir haben meistens das Thema, der Creator selber hat eine Glatze, macht aber Auto Content, wo man sagt, das heißt, die Follower folgen dem ja nicht, weil der so eine schöne Glatze hat, sondern weil der Autos cool präsentiert. Und das ist bei uns immer ein bisschen die Herausforderung, wo man sagt am Ende, warum folgen die dem Creator und dass er die Frisur hat alleine reicht nicht. Aber Autos zum Beispiel haben wir mittlerweile herausgefunden, dass wir haben zwar einen Influencer im Bereich E Mobilität, wo wir uns auch die Insights angucken, wie alt sind deren Kunden? Und das Einzige, was wir mal machen können, ist zu schauen, ist das Thema irgendwie männlich, passt das von der Altersgruppe? Und dann können wir zumindest den Streuverlust ein bisschen eingrenzen, aber den den Glatzen Influencer als solches, der musste ich dann selber werden, weil den haben wir selbst nicht gefunden.

 

Joubin Rahimi

Muss wahrscheinlich eher so Beauty mäßig sein, oder?

 

Dennis Baltzer

Ja, oder einfach so glatzen. Also wir machen ja auch ganz, ganz viel Content über das Thema Glatze im Allgemeinen. Also wie ist es eine Glatze zu tragen, wie ist es mit Glatze zu daten? Wir haben schon irgendwie so Experimente gemacht mit Profile, dass wir sagen, mit schütterem Hau, mit Glatze, zwei Tinder Profile und wir gucken, was passiert mit den Matches. Schütteres Haar ist scheiße, ist scheiße voll oder gar nicht voll oder gar nicht oder Haartransplantation, aber schütteres Haar ist empirisch bewiesen, ist kacke,

 

Joubin Rahimi

habe ich ja auch festgestellt.

 

Dennis Baltzer

Und da testen wir einfach super viel und machen halt, und das ist glaube ich auch bei Content in der Art, wenn du glaube ich, langfristig eine Community aufbauen willst, was nicht funktioniert, ist, wenn du die ganze Zeit über deine Produkte redest, das musst du da reinmischen, weil am Ende willst du was verkaufen, aber du kannst nicht den ganzen Tag nur Cremes erklären, das ist halt langweilig. Das heißt, wir machen Straßenumfragen, wir gehen raus und reden über das Thema Glatze, auch über die emotionalen Themen, über Fragen Frauen, also alle Perspektiven was man zu dem Thema machen kann, um den Unterhaltungswert einfach hochzuhalten.

 

Joubin Rahimi

Das ist ja ähnlich wie mit MyMüsli, oder? Also ihr habt ja mit meinem Müsli seid ihr auch rausgegangen, aber es ging ja auch einmal um das Thema gesunde Ernährung. Genau, hochwertige Produkte.

 

Dennis Baltzer

Genau, also auch Frühstück, Ernährung im Allgemeinen. Also wie wichtig ist, sage ich mal, eine gute Mahlzeit für den Start in den Tag und so. Also da war Content zumindest heute ist glaube ich das Thema anders. Aber wenn man zurückspult MyMüsli gegründet 2007, das war halt dann schon noch. Also wenn wir uns nochmal zurück denkt. Da hat Meckes noch sein Alltime High gehabt und da war irgendwie Geiz ist geil. Also das war eine andere Zeit und da musstest du wirklich im Bereich gesunde Ernährung noch educaten. Heute ist das alles ein bisschen. Ich glaube, da ist das Wissen ein anderes, die Menschen informieren sich anders. Es gibt Irgendwie sowas wie Nutri Score und so, das war 2007 ja alles nicht da. Das heißt, die Leute haben Toastbrot gefressen und haben sich gewundert, warum sie dick werden. Also das war die Zeit damals.

 

Joubin Rahimi

Die Community, die du angesprochen hast. Wie wichtig ist das Community Building und was ist eure Community oder wie würdest du die Community beschreiben?

 

Dennis Baltzer

Also es ist immer schwierig so ein bisschen, weil es manchmal auch nicht messbar ist. Also ich glaube am Ende des Tages, wenn dir das Thema Marke wichtig ist, also Community ist einfach, also wir nutzen Community ganz, ganz viel natürlich für: Wir entwickeln Produkte mit denen. Das heißt, ich glaube schon, dass wir es mittlerweile hinkriegen, eine Flop Rate bei Produkten oder bei Neuprodukten schon relativ niedrig zu halten, weil wir sagen, wir machen das nicht im stillen Kämmerlein, sondern wir haben so einen harten Kern aus 20 30 Leuten oder auch Produktdesigns geben wir wirklich unsere Community und lassen die abstimmen und am Ende machen die das Produkt mit uns. Und da gibt es ja wahnsinnig viele Möglichkeiten, wo du Leute mit in den Prozess einbinden kannst und fragst, was die wollen und ganz viele Impulse auch kriegst. Auch Content Ideen entwickeln wir mit den Leuten selber, weil wir sagen am Ende mache ich das ja nicht, weil ich jetzt so nur für dich, ich weiß es ja nicht, für mich selber, sondern wir machen es ja für die Leute, aber auch wie gesagt ganz uneigennützig für die Produktentwicklung, für die Website, für irgendwas. Also da sind wir immer ganz, ganz offen und sagen, wir machen das mit den Leuten zusammen und wir sehen es auch beispielsweise an den Wiederverkauf raten. Wir machen ganz regelmäßig Kundenumfragen und wir haben eine Wiederempfehlungsrate. Also Neukunden kommen nur durch Empfehlungen. Das sind bei uns 25 Prozent. Das funktioniert ja auch nur, wenn du irgendwie emotional andockst und Leute sagen, du hast so kleine Glatzenmissionare da draußen, die sagen, mein Nachbar hat auch eine Glatze, ich muss dem sagen, der braucht Better be Bold. Das kriegst meiner Meinung nach auch nur hin, wenn die Leute, wenn die nicht nur sagen, ist ein gutes Produkt, sondern wenn die Leute sagen, schon geil was sie machen, das ist eine tolle Marke und so das Thema, wie die das bespielen und wie die sich für uns Glatzenträger einsetzen und auch dieses Thema, dieses Thema Image von Glatzen. Also wir haben jetzt am Wochenende ein Tattoo Studio in Berlin gemietet mit vier Tätowierern und haben 50 Glatzentattoos verschenkt und haben so ein Zeichen gegen rechts gesetzt und gezeigt, Glatze ist nicht rechtsradikal und kann so ein bisschen das aus dieser Schmuddelecke rausholen. Und da merken wir schon auch immer bei solchen, wenn wir solche Sachen machen, dass die Leute wirklich sehr dankbar sind, weil am Ende ganz, ganz viele auch persönlich immer die Erfahrung machen, dass sie sagen so manchmal werde ich schon komisch angeguckt.

 

Joubin Rahimi

Das stimmt so, ne?

 

Dennis Baltzer

Ja schon.

 

Joubin Rahimi

Also wenn ich im Hoodie, nicht im Anzug, aber im Hoodie schwarz am besten vor die Tür gehe und da ist jemand, der deutlich dunklere Hautfarbe hat als ich hat, der guckt mich zweimal an, witzigerweise.

 

Dennis Baltzer

Das ist so. Und das war auch ganz ehrlich, das war bei mir, ich weiß nicht, wie es dir ging, aber bei meiner Entscheidung für die Glatze hat das eine Rolle gespielt. Ich habe wirklich mir Sorgen gemacht. Das ist traurig eigentlich im Jahr 2000, wann war das 2020 dass man sich im Jahr 2020 noch Gedanken machen muss, dass hoffentlich werde ich nicht als Rechtsradikaler wahrgenommen oder wie könnte das oder könnte ich das mache ich ein bisschen sport noch könnte ich dann irgendwie wie so ein Hooligan wirken oder sowas. Es waren Themen, die mir Sorge bereitet haben, weil ich so nicht wirken wollte, weil ich das ja auch nicht bin.

 

Joubin Rahimi

Daran habe ich gar nicht gedacht. Aber witzig war ich Freunde und Familie waren zu einer Geburtstagsfeier da und ich war der Einzige. Fühle mich nicht als Ausländer.

 

Dennis Baltzer

Was hast du für Wurzeln?

 

Joubin Rahimi

Mein Vater kommt aus dem Iran, meine Mutter ist deutsch, mein Vater wurde sogar von der deutschen Marine ausgebildet. Also es war noch vor der Revolutionszeit alle ganz witzig, aber ziemlich deutsch. Aber bin es halt. Ich sehe halt nicht hundertprozentig deutsch aus, aber man war mal zu einer Feier und dann kam da so ein Spruch, ich hatte schon Glatze nachher, wo ist denn der Schläfer? So nach dem Motto. Aber ich bin da, also ganz nach Hans Sarpei, ich nehme das alles immer mit Humor. Ich bin's, Ich bin auch gut verkleidet und ihr habt eine scheiß Friese und es hat alles gebrochen. Aber das schon auch ganz krass. Also das wird sofort in der Schublade reingehen weniger

 

Dennis Baltzer

Ich glaube, das ist immer noch immer die Frage so ein bisschen, wie wirkst du und hast du ein freundliches Gesicht und wie kleidest du dich und so.

 

Joubin Rahimi

Aber ich glaube immer noch drauf, hast einen Spruch gemacht. Kann ich auch machen.

 

Dennis Baltzer

Genau, aber es ist in ganz vielen Köpfen nach wie vor drin. Das merken wir auch immer wieder, wenn wir mit der Community sprechen. Wir machen auch Videos dazu, wo wir sagen, so Thema Vorurteile und das ist nach wie vor ein Thema, was viele beschäftigt und dass sie da auch Angst vor haben.

 

Joubin Rahimi

Okay, dann gebt ihr der Community auch was zurück. Das ist ja auch spannend. Einfach nur, wir haben die Community, um was zu verkaufen, sondern wirklich eine Gemeinschaft, um das Thema zu beleuchten.

 

Dennis Baltzer

Absolut, total.

 

Joubin Rahimi

Und ich arbeite das übrigens so heraus, weil ich glaube, wir haben sehr viel B2B Kunden, weil auch die B2B Kunden haben das Thema der Community. Nehmen wir mal Hilti, Hilti als Beispiel. Und das Witzige ist, es gibt ja die ganzen Insta und TikTok Hilti Videos, wo der Hilti Fahrer auf der Autobahn so den neuen Elfer verdrängt und so weiter. Also weil die halt immer ab zur Baustelle oder zum Kunden sind immer auf der linken Spur.

 

Dennis Baltzer

Ja, ja, voll.

 

Joubin Rahimi

Ist auch so ein Narrativ dazu.

 

Dennis Baltzer

Ja, ich finde auch. Also ich finde auch Content ist jetzt nicht unbedingt Also ist nicht nur irgendwie D2C Brands vorenthalten, sondern am Ende des Tages ist es für jede. Ich würde uns jetzt eher als D2C Brand bezeichnen, weil irgendwie 95 Prozent unseres Umsatzes ist direkt Kunde. Aber für uns ist der Community aufbauen macht es für uns leichter, weil wir können es leichter messen, was es bringt. Bei einer B2B Brand ist es ein bisschen über zwei Ecken. Aber nichtsdestotrotz, ich glaube, wenn du das als Hilti hinkriegst, dass irgendwie jeder Handwerker, der irgendwie die Hilti Bohrmaschine nutzt, sagt, boah geil hier das. Es ist ja genial, wenn du das hinkriegst, das in die Köpfe zu kriegen, dass Leute sich die Werkzeuge angucken und sagen, geiler Scheiß.

 

Joubin Rahimi

Ich glaube, das spielt ganz groß eine Rolle. Deswegen finde ich es total portierbar auch ins B2B-Modell oder Caterpillar beispielsweise. Hat ja gewisse Marken.

 

Dennis Baltzer

Baustellenvideos sind ja bei TikTok gehen ja eh viral. Ich bin großer Fan von diesen, da gibt es ja von diesen polnischen Bauarbeitern, die dann so ein bisschen auch sehr geil gefilmt mit so Drohnenbildern und sowas. Also auch sehr, sehr humoristisch und mit Vorurteilen spielen. Also ich lache mich teilweise wirklich weg und es ist schon sehr, sehr, sehr geil.

 

Joubin Rahimi

Man ist da schon immer in so seiner Bubble. Ich sehe vor allem alte Autos,

 

Dennis Baltzer

ich bin handwerklich unbegabt und kriege Baustellenvideos. Ich weiß nicht, was mir das sagen soll. Vielleicht sollte ich es lernen, das Universum.

 

Joubin Rahimi

Was würdest du denn so in einer B2B Brand Großhändler oder einer Brand empfehlen, wenn die sagen, okay, ich will auch das Thema Community aufbauen? 2, 3 Tipps, die du einem Co Geschäftsführer geben würdest?

 

Dennis Baltzer

Ich glaube, bei total vielen Sachen ist einfach, ich glaube, manchmal Sachen nicht totzudenken. Also das ist ja manchmal so gerade im Mittelstand immer wieder so ein Thema, dass man dann, also ich glaube, Tipp Nummer A setzt nicht den nächstbesten Praktikanten daran. Also muss es schon wirklich ein guter Praktikant sein, weil das ist das, was ich auch häufig bei B2B Mittelständlern sehe. Das ist dann so ein bisschen von Social Media oder Community ist irgendwie so ein Punkt auf der Checkliste, wo es heiß, da müssen wir irgendwie bedienen. Das heißt, du guckst dann irgendwie welchen Azubi kann ich finden, der irgendwie zwei Stunden Zeit in der Woche hat und setzt den auf das Thema und der macht es dann auch nicht. Der kann nicht lernen, was willst du auch erwarten und der macht es dann vielleicht auch nicht geil, aber nicht, weil er es auch nicht besser kann, sondern das Thema schon irgendwie ernst zu nehmen. Und man kann da ja auch ein Azubi Thema draus machen, aber dann vielleicht doch irgendwie eine gute Agentur suchen oder jemanden in House, der das wirklich versteht. Also ich glaube, wenn man es macht, dann schon irgendwie vernünftig und richtig machen. Das ist glaube ich so das Thema. Und vielleicht auch manchmal die Sachen nicht tot zu denken. Also das ist manchmal auf der einen Seite ist es vielleicht nicht zu leichtfertig, einfach ohne Konzepte den Azubi machen zu lassen, aber auf der anderen Seite nicht zu extrem auf der anderen Seite zu sein, zu alles tot zu denken. Und jedes Video, also am Ende muss man auch ganz klar sagen, wenn man Social macht, du brauchst eine gewisse Schlagzahl. Das bringt nichts, zwei Videos in der Woche zu posten, sondern du musst schon am besten jeden Tag irgendwie was raushauen. Das funktioniert halt nicht, wenn jedes Video durch 36 Gremien bis zur Geschäftsführung. Erstmal freigegeben wird. Da wird jede Agentur verrückt, jeder Cutter kriegt die Krise und hat keinen Bock mehr mit dir zu arbeiten und macht dann am Ende nur weil du vielleicht gut zahlst. Also schon so ein bisschen Agilität und auch mal offen sein und auch mal Dinge probieren. Und ich glaube, dieses Spannungsverhältnis aus das Thema ernst zu nehmen, aber nicht zu ernst zu nehmen, da irgendwo den Mittelweg zu finden zu komm, lass uns mal was machen.

 

Joubin Rahimi

Das ist bestimmt ganz schwierig für den einen oder anderen Geschäftsführer, der dann zur Pressemitteilung noch liest und das ist ein Video

 

Dennis Baltzer

 oder jedes Wort auf die Goldwaage legen und so. Also wir haben es ja auch mit unseren, mit unseren Agenturen und Cuttern, dass wir sagen, wir haben gewisse no Gos, Also wir sagen auch keine Kraftausdrücke, wollen wir einfach nicht, keine politischen Sachen und so, weil gibt nur Probleme. Also wir haben ja auch Regeln, aber innerhalb dieses, wenn diese no Gos eingehalten werden in dem Bereich gibt es auch Sachen, wo ich sage, hätte ich jetzt anders gemacht, finde ich auch nicht optimal, aber dann einfach mal sagen muss, okay, ich muss, wenn ich mir schon Hilfe hole, dann muss ich auch so offen sein zu sagen, komm, wir testen das und vielleicht hast du ja auch recht und das muss ich ja auch nicht immer alles hundertprozentig toll finden.

 

Joubin Rahimi

Du hast die Community und du fragst die ja auch jetzt habe ich eine Agentur, ich habe jemanden, der die Agentur steuert, die machen die Videos. Aber wie bindest du dann halt das auch mit dem Vertrieb, Produktentwicklung dann ein oder wie essentiell ist das? Sagst du, ich hab ne Community oder ist das echt auch Mindset Shift, weil andere Leute sagen, ich kann diese Community nutzen oder denke ich da viel zu komplex?

 

Dennis Baltzer

Also du meinst jetzt, wie wir am Ende diese Organisation hinkriegen, aus Community Wünschen, was die sehen wollen, hin zu wie wir es am Ende umsetzen?

 

Joubin Rahimi

Genau, weil die spielt ja eine zentrale Rolle bei euch.

 

Dennis Baltzer

Ja, Asana Board. Ein Asana Board. Das Asana Board so zu strukturieren, dass dass wir also wir haben Ideen, also grobe Ideen, finale Ideen, nächster Drehtag und dann schieben wir die Ideen. Das heißt, wir haben jede Woche ein Jour fix mit der Agentur, wo wir sagen, alles was an Ideen aus der Community kommt, kommt auf dieses Asana Board. Wir nutzen diesen Weekly Status, um diese Ideen zu diskutieren und zu sagen Schaut mal, das ist ein Wunsch aus der Community. Das war jetzt auch nicht nur einer, der das sich gewünscht hat, sondern 20 ich glaube zu dem Thema sollten wir ein Video machen. So Feedback meint ihr kriegen lieber, also plump gesprochen, kriegen wir da was Geiles irgendwie hin? Habt ihr eine konkrete Idee, wie man das umsetzen könnte? Idee ist da zu, alles klar, aus wilder Idee wird konkrete Idee, dann folgt das Skript und dann wird es in den nächsten Drehtag eingeplant und dann ist es fünf Tage später live.

 

Joubin Rahimi

Wie viel macht ihr mit AI bei den Drehs?

 

Dennis Baltzer

Fast nichts.

 

Joubin Rahimi

Nix. Glaubst du, es kommt? Oder muss ich die Agentur fragen?

 

Dennis Baltzer

Ja, wir haben es in Ads haben wir schon mal, dass wir, also ich glaube, wir haben schon mal Ads, wo wir so gewisse Szenen, also Bild Ads zum Beispiel, also wirklich im Paid Bereich nutzen wir schon ganz viel KI Bild, das funktioniert schon extrem gut. Im Videobereich finde ich. Es ist schon, wenn du mal Szenen dazwischen hast, dann fällt es nicht auf. Aber wenn du so ein komplettes Creator sitzt da drei Minuten und redet, erkennst du schon noch. Und das ist ja auch gar nicht das, was wir wollen, sondern ich als Founder bin ja sehr, sehr präsent und Markenbotschafter. Dann haben wir noch einen Social Media Manager. Wir sind so beides die Gesicht. Ich bin der Gründer, ich mache anderen Content als unser Social Media Manager. Also er ist der Verrückte, er geht auf die Straße, er nimmt sich, weiß ich nicht, weiß ich, lässt sich waxen und hat Schmerzen und macht den verrückten Content. Und ich bin so, ich versuche so halbwegs der Seriöse zu sein. Und das ist so unsere Verteilung. Und ich glaube schon daran, dass du Community am Ende nicht über virtuelle, also am Ende schwierig.

 

Joubin Rahimi

Wir haben so einen digitalen Zwilling von mir auch mal ausprobiert. Stimme passt noch nicht visuell schon ganz weit vorne,

 

Dennis Baltzer

 aber macht er jetzt auch mal eben eine Story von hier, von der Couch.

 

Joubin Rahimi

Das müssen wir dann mit dir ja auch machen, das ist dann schwieriger.

 

Dennis Baltzer

Aber ich weiß es auch nicht. Also aktuell machen wir es noch nicht, weil wir glauben, also wir machen natürlich super viel Story Content immer von zwischendurch, von unterwegs, aus dem Büro. Es ist jetzt auch ungeschnitten und roh und das ist einfach Handy raus und wir erzählen, was hier gerade passiert und das Selfie. Die Leute wollen wissen, was ich morgens für eine Hose trage und solche Geschichten. Und deswegen setzen wir da noch ganz bewusst auf echte Person, aber versuchen eben diesen Content Prozess sehr effektiv zu halten und sehr schlank.

 

Joubin Rahimi

Super, danke für die Einblicke. Du hast ja gleich noch mal einen Vortrag dazu.

 

Dennis Baltzer

Ja, genau.

 

Joubin Rahimi

Da geht es auch noch mal tiefer rein. Und wenn ihr Fragen habt, also Sprecht Dennis sicherlich LinkedIn, Insta, TikTok

 

Dennis Baltzer

gerne schreiben.

 

Joubin Rahimi

Genau, Wenn nicht dich, wen dann?

 

Dennis Baltzer

Ja, gibt auch sicherlich noch viele andere, aber so ein bisschen, so ein bisschen kleines Verständnis, glaube ich, bringe ich mit.

 

Joubin Rahimi

Super, danke für die Zeit.

 

Dennis Baltzer

Dankeschön. Danke.

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Joubin Rahimi
Managing Partner synaigy GmbH

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