Joubin Rahimi
Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von Insights. Mein Name ist Joubin, Joubin Rahimi, und heute habe ich mit dabei Mark, Mark Holenstein von emporix. Du führst emporix an, aber vielleicht magst du 2, 3 Sätze zu dir und auch zu emporix sagen.
Mark Holenstein
Ja, also erstmal super, danke, dass ich hier sein darf, Joubin.
Joubin Rahimi
Gerne.
Mark Holenstein
Auch danke, dass wir auf der Konferenz hier dabei sein dürfen. Ist super spannend für uns. Ja, mein Name ist Mark, komme aus der Schweiz. Ich bin seit 30 Jahren, glaube ich, so im E-Commerce-Bereich unterwegs und seit einem Jahr eigentlich CEO von der Emporix. Was wir machen, eigentlich aufgrund von Erfahrungen, die wir bei Hybris gemacht haben, dass wir halt E-Commerce auf das nächste Level ziehen. Und das nächste Level ist eigentlich halt Artificial Intelligence oder KI-basiertes E-Commerce. Und das machen wir eigentlich ganz gut, vor allem mit einem Fokus auf B2B.
Joubin Rahimi
Und lass uns da mal einsteigen. Wir sind ja hier auf der Insights-Konferenz von uns, hatten gerade zwei Vorträge und ein Panel, und durch die ganzen Vorträge zum Panel kamen wir irgendwann zu dem Punkt: In der Zukunft wird die IT-Abteilung gar nicht mehr die Sachen einfach nur runterschreiben. Also die IT-Abteilung wird sich verändern und eine Anforderung wird es nicht hochstandardisiert geben, sondern viel flexibler. Und die IT macht das gar nicht mehr, sondern der Fachbereich macht eigentlich die Anwendung oder die Lösung da rein. Ich weiß, ihr habt ja immer mehr neue Kunden und ihr löst ja hauptsächlich große Systeme da ab. Wie ticken da die Kunden von euch? Also sehen die das ähnlich? Ist das jetzt eine gespinnerte Idee von einer Konferenz oder wie habt ihr euer Multimillionen-Invest, den ihr macht als neuer Softwareanbieter, auf was stützt ihr das? Waren jetzt gleich 3 Fragen auf einmal.
Mark Holenstein
Ich versuche die, also ich glaube, wir sind 100% überzeugt, dass Technologie eigentlich wichtig ist, aber eigentlich die Business-Konversation in den Vordergrund stellen sollte. Also ich glaube, das ist ein großer Unterschied vielleicht zu früher, dass man heute eigentlich nicht mehr über Features, Functions und APIs spricht, sondern heute spricht man eigentlich über Business-Nutzen. Also was ist der konkrete Nutzen, den ich da erzielen kann? Wir sind totale Verfechter von Low-Code/No-Code, was ja eigentlich auch wieder heißt, dass Business-Leute Technologie nutzen, um ihr Wissen eigentlich in einer einfachen Weise auch in ein System reinzukriegen. Zusammen natürlich mit Leuten wie synaigy, die natürlich denen auch hilft, denke ich mal, die Komplexität so ein bisschen runterzubrechen. Aber also ja, ich denke Business first, Technology follows, finde ich sehr wichtig. Und wir haben so was erfunden, was wir Value Stream nennen. Und Value Stream heißt eigentlich schon Wert. Und Value Streams sind einfach per Definition businessgetrieben. Das heißt, die lösen irgendein Businessproblem in einer sehr einfachen, guten Weise. Und ich als Business-Verantwortlicher konfiguriere das dann auf meine Bedürfnisse runter. Von dem her, ja, ich denke mal, die Zeiten haben sich dramatisch geändert, aber auch im guten Sinne. Dass Business halt sagt, was sie wollen und eigentlich auch selber umsetzen kann, mit Hilfe von IT natürlich immer.
Joubin Rahimi
Wer hat denn eigentlich dann das Geld und wer entscheidet dann?
Mark Holenstein
Das glaube ich jetzt so.
Joubin Rahimi
Ich mache mal eine Frage. Ja, ich finde das eine super Frage.
Mark Holenstein
Und ich glaube, die Antwort ist aber eigentlich schon seit 30 Jahren die gleiche.
Joubin Rahimi
Immer Business.
Mark Holenstein
Das Geld hat eigentlich eher das Business, weil Sie sind ja auch dann draußen am Markt und generieren dann eigentlich auch das Business. Also von dem her denke ich mal, Ownership ist immer Business. Eigentlich auch gut, finde ich, wenn Business Ownership hat. Und die Technologie hilft halt einfach, das dann auch umzusetzen in einer guten Art und Weise.
Joubin Rahimi
Ich unterschreibe vollkommen, Business hat immer das Geld. Meine Frage habe ich nicht präzise genug gestellt, glaube ich. Vorher saß Business da und die IT hat diesen Auswahlprozess, also ERP, oder vor 15 Jahren Software, ERP-Auswahl, nee, E-Commerce-Auswahl. Da war die IT häufig ganz stark mit dabei, wobei noch viel stärker war sie natürlich in ERP oder richtig tiefen Backend-Systemen dabei, dann zu sagen, nicht nur was es wird, aber sehr stark zu führen in dem gesamten Zuge. Jetzt ist so die Frage: Ist die IT da wirklich noch starker Entscheider in diesem Prozess? Oder sagt der Fachbereich nicht: Das sind die Sachen, die ich so oder so brauche, weil ich habe das Geld. Ihr müsst es ja vielleicht einfach nur hinstellen. Ich implementiere das ja. Also ich überspitze mal: Ich implementiere das Ganze ja auch. Du musst ja gar nicht dann den Prozess runtercoden, weil das macht ja mein Abteilungsleiter, der dann halt die Abwicklung von Incidents macht.
Mark Holenstein
Ja, Gut, wenn ich jetzt so gucke, wer heute so in diesen Terminen jeweils sitzt, dann glaube ich, ist es immer noch so eine Fifty-fifty-Präsenz von Leuten. Zum Schluss ist ja eigentlich der Wert von allem, was man tut, auch, dass es integral mit den bestehenden Systemen wie ein SAP-System ist. Und ich glaube, sobald man irgendwo einstöpselt, kommt die IT natürlich. Klar, oder wenn du irgendwelche Daten rausziehen willst, dann kommt die IT auch dazu. Und das ist ja auch wichtig, denke ich mal, dass es dann auch alles so läuft, damit es sicher ist und keine Risiken da kreiert werden. Von dem her, ich glaube, heute ist es mehr so 50/50. Früher war es zu stark, denke ich mal, immer schon IT-getrieben, was dann das Ownership manchmal schon auch ein bisschen vermissen lassen hat. Deshalb finde ich eigentlich diese 50/50-Geschichte gar nicht so schlecht.
Joubin Rahimi
Seht ihr denn durch die Value Streams so eine andere Verschiebung in dem, wie man mit so einem Tool dann arbeitet? Also ihr seid jetzt ein paar Jahre am Markt, habt ja die Erfahrung gesammelt und die ersten Langläufertests, die sind ja relativ neu.
Mark Holenstein
Genau, die sind ja ziemlich neu. Die sind ja eigentlich ziemlich neu. Das Coole an diesen Value Streams finde ich halt, und ich fand das schon immer cool früher auch, dass man in 2 Wochen was macht. Oder 2 Stunden.
Joubin Rahimi
Was ich vorher Wochen gebraucht habe.
Mark Holenstein
Genau. Und früher hat man sich mal 3 Monate überlegt, hey, wie soll das überhaupt ausschauen? Was mache ich denn da? Wie setze ich das Zeug so um? Und dann Valley Stream, zum Beispiel ACA in USA, 2 Wochen Arbeit, E-Mail-Bestellungen werden vollautomatisiert, eigentlich digitalisiert und dann gehen direkt ins Kundenportal hoch. 50.000 Invest, 500.000 Return. 2 Wochen Aufwand. Das sind so die coolen Dinge, finde ich. Aber trotzdem funktioniert es in einem größeren Kontext. Also es ist nicht nur jetzt so eine U-Boot-Lösung, die man da schnell so ein bisschen reinbringt. Ich glaube schon, dass das auch eine Herausforderung ist für Firmen heute, dass man vor allem auch für IT, also ich bin ein Verfechter von Stop Coding, Start Implementing oder Start Operating und Das zwingt Leute eigentlich auch, weniger zu entwickeln und mehr zu konfigurieren.
Joubin Rahimi
Und wir haben es bei uns auch gesehen: Softwareentwickler, die mit den großen Lösungen arbeiten konnten und das lange gemacht haben, die haben verstanden: Die Lösungen bringen vieles mit, das nutze ich und entwickle nicht alles neu. Jetzt ist es ja noch weiter. Es bringt vieles mit. Ich muss es als Softwareentwickler gar nicht nutzen, das macht ja jemand anders dann. Das finde ich, ist ein großer Unterschied wahrscheinlich im Zusammenspiel. Ich wollte jetzt noch auf die Anfrage raus. Du hast gesagt Wert. Wenn man jetzt aber sagt, es hört sich jetzt spannend an, ich habe schon ein E-Commerce-System, weil ich sag mal, der Markt ist fast gesättigt. Also fast jeder Kunde hat ja schon etwas implementiert. Warum soll ich Geld in die Hand nehmen, ist ja Geld, Zeit, Defokussierung von etwas, um eine neue Plattform zu entwickeln? Also, das Value Streams ist halt ein Thema. Andere Firmen haben vielleicht auch bisschen was. Aber was macht jetzt so den Unterschied? Dass Firmen wirklich sagen: Ich wechsle die Plattform. Was kostet der? In der heutigen Zeit zu sagen: Ich will Geld sparen, kostet ja einfach Zeit, Geld und defokussiert. Eigentlich im Winter des E-Commerce-Marktes habt ihr gesagt, wir starten mal durch.
Mark Holenstein
Ja, ich glaube, dass ob es jetzt der Winter ist oder der Frühling.
Joubin Rahimi
Ihr kommt jetzt in den Frühling rein.
Mark Holenstein
Aber wir sind zum zweiten Frühling, denke ich mal. Wir sind ja alles alte Jungs, die das schon mal gemacht haben.
Joubin Rahimi
Ihr macht das anders jetzt, ne?
Mark Holenstein
Ja, wir machen das total anders. Aber ich glaube, die Leute müssen es auch anders machen, und das werden wir heute auch im Vortrag mit Vaillant hören. Es gibt so Erkenntnisse, dass auf C-Level 94% im C-Level weiß, dass eigentlich Legacy die Innovation blockt.
Joubin Rahimi
Merken. Glaube ich.
Mark Holenstein
Ich glaube, das müssen Sie merken. 94% des C-Level denken Legacy blockiert meine Innovation. Und das seht ihr wahrscheinlich viel mehr, als wir noch sehen, oder? Wie, ich weiß nicht, so Hybris-Zeiten, 5 Jahre Projektentwicklung, 50 Millionen Investitionen und nix bewegt sich eigentlich heute. Und das Zweite ist eben, dass die Firmen dann auch bis zu 500 Millionen, müssen wir uns mal vorstellen, Bis zu 500 Millionen geben Firmen, einzelne Firmen aus, um diese Legacy am Leben zu erhalten. Es wird ja nicht besser. Es lebt ja einfach weiter. So wie so ein Patient im Koma. Liegt halt einfach da, macht aber eigentlich nicht mehr viel, aber kostet halt dramatisch viel. Und das glaube ich, ist jetzt heute kombiniert mit der Revolution, die durch die KI kommt, dass sich Firmen einfach grundsätzlich noch mal verändern müssen. Also da bin ich 100% überzeugt. Und es stimmt schon, dass wir eigentlich jetzt mit einer Message kommen: Hey, ihr müsst euch erneuern, weil mit KI wird das alles dramatisch anders werden, wie man mit Kunden eigentlich kommuniziert und wie man mit Kunden auch Business macht. Und ich glaube, da braucht es mentalitätsseitig auch Umdenken. Also Kann ich mich um den Kunden rum organisieren und organisiere ich den Kunden nicht um mich herum? Weil das ist eigentlich etwas, was wir schon lange wollen, aber eigentlich nie geschafft haben. Ich glaube, mit KI kriegen wir es hin, dass wir uns wirklich um den Kunden rum organisieren und dann müssen alle dramatisch effizient werden.
Joubin Rahimi
Und das Verhalten muss verändert werden. Wo du das gerade sagst. Ich hatte mit einem Kollegen von mir, 4, 5 Stunden, manchmal telefonieren wir abends im Auto, Autofahren. Auch angerufen, als ich dann aus München losgefahren bin und 3 Stunden später, dreieinhalb, haben wir aufgelegt, da war ich fast dann wieder schon in Köln. Und da haben wir dann auch über, wir haben SAP und führen SAP bei uns ein, aber nicht nur SAP, auch noch andere Systeme, um Sachen durch unser Wachstum auch zu standardisieren. Vollkommen richtig, dass wir das tun. Aber auf der anderen Seite habe ich gesagt: Na okay, du willst alle immer in diese Standards zwängen, Und jetzt gehen wir mal von uns als Firma aus und dann haben wir einen Kunden und haben einen Standardvertrag. Das mag sein, aber Kunden haben auch ihre Verträge und es gibt Kunden, die sagen: „Nee, mache ich nicht." Oder: „Ich will dieses Zahlungsziel haben." Oder: „Im Werkvertrag will ich diese Klauseln haben." Also man hat ja Vorstellungen. In einer guten Customer Journey, die wir als Dienstleister auch unseren Kunden natürlich bieten sollten, will ich sie doch nicht an so einen festen Prozess packen. Und haben wir dann nochmal einen Tag danach richtig intensiv wieder mal so ein Abendding diskutiert. Eigentlich müssen wir das doch anders stricken. Der Input-Parameter muss total flexibel sein, auch für den Vertrieb oder Customer Care. Und da dachte ich dann halt auch an die Value Streams, dass du einfach reinpacken kannst, was du willst. Und die AI formt das so, dass es in ein Datenmodell reinpasst und Änderungen einfach schnell gemacht werden können. Und wenn der Kunde sagt, ich will das und das haben und du hast 10 Freigaben, die du intern brauchst, weil das nicht einfach so entschieden werden kann, dass ein System das hinten schnell macht und du nicht sagst: Ja, okay, in 2 Wochen komme ich wieder und dann haben wir den nächsten Vorschlag. Weil klar, es wird ja nicht alles abgenickt, sondern es wird dann irgendwie diskutiert. Daran dachte ich gerade, gerade jetzt, aber auch nach der Fahrt, dass ihr das Problem halt einfach mitnehmt. Also diese Inzidenz dort zu bearbeiten. Total.
Mark Holenstein
Ja, ich glaube, eins, was ich immer spannend finde: Wir organisieren uns ja in Marketing, Sales, Service, E-Commerce und das sind ja eigentlich Ich war letztens mal in einem Forrester Event im Marketing-Track drin.
Joubin Rahimi
Genau, das ist alles super hart.
Mark Holenstein
Und Marketing hat sich über Sales beklagt, dass die nie das nutzen, was Marketing an Texten rausgibt. Das wird von den Sales-Leuten nicht genutzt und das wird dann umgeändert und so weiter. Und dann die Service-Leute sagen: Ja, aber der Sales, der verspricht da irgendwelchen Blödsinn. Und das ist eigentlich schon spannend, dass wir uns wahrscheinlich, um uns professionell aufzustellen und den Job zu machen, den man machen sollte, schon gut machen. Aber der Kunde, der schert sich ja eigentlich wirklich nicht so wirklich drum.
Joubin Rahimi
Wir machen das gut machen, so professionell, Abteilung, ne? Doc, doc, doc, doc. Aber der Kunde will—
Mark Holenstein
Ja, der fließt da eigentlich so drüber und mit jedem Handover geht halt irgendwas kaputt.
Joubin Rahimi
Es ist Bambi.
Mark Holenstein
Genau, das ist so wie auf der deutschen Autobahn.
Joubin Rahimi
Oh, das tut weh, das tut weh. Dann kannst du ja direkt noch mal die Bahn hinter herschieben.
Mark Holenstein
Gerne, gerne. Bringe ich auch noch.
Joubin Rahimi
Aber wie könnt ihr euch überlegen, auch für euch? Also es sind Abteilungen und heißt ja schon so eine Abteilung. Ich teile etwas ab.
Mark Holenstein
Ja, das habe ich gar nicht gesehen.
Joubin Rahimi
Aber ja, ist schon im Wort drin.
Mark Holenstein
Ist im Wort drin. Und ich glaube, muss man echt, wir als Softwarehersteller haben wahrscheinlich da auch zu beigetragen. Klar, wir haben jetzt CRM erfunden und gesagt, das ist für die Sales-Leute. Ja, und dann haben wir Service-Applikationen erfunden, das ist für die Serviceleute. Dann haben wir Marketing Automation erfunden, das ist für Marketing. Bei SAP haben wir sogar versucht, da eine Suite zu bauen. Wir haben das Customer Engagement Commerce genannt. Aber wir haben uns nie die Mühe gemacht. Wir haben schöne Slides gebaut, dass das wichtig ist und so weiter. Aber wir haben uns nie die Mühe gemacht, diese Systeme eigentlich auch zu verknüpfen.
Joubin Rahimi
Und das hat gefehlt.
Mark Holenstein
Da hat etwas gefehlt, der das so durchgehend macht.
Joubin Rahimi
Nehmen wir mal Customer Relationship Management System. Okay, also Customer Managen finde ich oder Customer Relationship irgendwie managen. Ja, aber du hast ja ganz viele Relationen zum Kunden und Verknüpfungspunkte. Hast du gesagt Service? Ich habe einen Incident. Ist ja auch ein Teil der Verknüpfung. Das ist dann auf einmal ein anderes System. Das ist total bei dir. Das ist ja bei euch anders gedacht. Das hatten wir kennengelernt.
Mark Holenstein
Ja, und wir hatten einen coolen Call eigentlich diese Woche mit einem großen Industrieunternehmen in der Schweiz und Das ist wirklich spannend. Dann haben wir so ein bisschen unsere Vision gezeigt. Man muss eigentlich, Kunde ist dynamisch vorne raus, man hat eben Sales, Service, E-Commerce und Marketing. Und er sagt, ich finde das geil. Das ist eine coole Vision, weil ich habe Serviceleute, die wissen viel mehr über den Kunden als die Salesleute. Also möchte ich doch, wenn der Servicemann da mit dem Kunden quatscht und irgendwo was identifiziert, dass der sofort irgendwo was pingt.
Joubin Rahimi
Sofort sieht.
Mark Holenstein
Genau, dass er sofort sieht und den Trigger setzt und sagt, hey, da geht was. Und dann springen halt alle Leute dann koordiniert drauf. Fand ich auch geil, dein Buyer Intent. Muss ich auch sagen. Ja, du hast auch so eine coole Software gebaut, wo du irgendwo feststellen kannst, hey. Ja, genau. Und das finde ich eben auch super, weil das kann man ja eigentlich dann so ein bisschen angucken. Sobald der Impuls kommt, der triggert dann den Value Stream an und der koordiniert dann halt durch, dass der Kunde auch wirklich professionell und schnell eigentlich geholfen wird. Das ist etwas, was wir unbedingt bei uns jetzt auch einbauen wollen in den Value Stream.
Joubin Rahimi
Die digitale Körpersprache nennen wir das immer. Du hast ja Buyer-Intent. Das hatte ich. Also wir sagen immer digitale Körpersprache, weil vielleicht ist es ja gar kein Buyer, nur Informationssammler. Das weißt du gar nicht.
Mark Holenstein
Ja, das finde ich sehr schön.
Joubin Rahimi
Kann ja alles sein.
Mark Holenstein
Sehr schönes Bild.
Joubin Rahimi
Der Gedanke kam, also wir haben es im Einsatz gehabt beim Fahrradhändler und in dem Einsatz ist es so, es gibt ganz viele, die da einfach Lust haben, bei dem zu kaufen, weil sie selber Rennrad fahren oder Mountainbike. Und dann verbringst du Stunden auf so einer Website. Ich fahre auch gerne Rennrad. Ich kann dann halt wirklich Stunden auch einfach nach Schuhen gucken oder welche Kombinationen gibt es dann halt. Dort Fahrradrahmen und Schaltung von SRAM oder Balla Balla. Und wenn dann meine Frau sagt, du hast aber noch eine Aufgabe für die Kids, die brauchen noch Rückleuchten, bin ich ja immer noch der gleiche Joubin, aber in einem anderen Modus. Okay, Rückleuchten kaufen. Und da verhalte ich mich anders. Und deswegen sagen wir halt diesen diese Körpersprache zu deuten.
Mark Holenstein
Aber das ist doch die Kunst, oder? Dass du diese Körpersprache— Ich finde immer, der Garfield Schuller war einer unserer ersten Hybris-Kunden. Der war Europameister im Snowboardfahren. Und wo ich den das erste Mal getroffen habe, habe ich gesagt: Marc, bei mir kommt jemand im Pluto-Meter-Store rein und in 2 Minuten weiß ich, wo der gerade steht und was der gerade braucht. Und das will ich genau im Onlineshop auch haben von dir. Und eigentlich ein guter Salesman oder ein guter Berater, der spürt das ja raus, oder?
Joubin Rahimi
Ja, total intuitiv irgendwo.
Mark Holenstein
Aber du baust jetzt das digital nach, dass wir das eigentlich auch online dann, dann dieses Knowledge haben.
Joubin Rahimi
Das nehmen wir als Beispiel auch noch, wenn du irgendwo reinkommst. Ich habe also für jede Veranstaltung Die wir hier machen, kaufe ich mir immer neue Schuhe. Jetzt wissen wir es. Zum einen, Patricia und Marc sagen immer, du kannst nicht immer mit den gleichen Sachen rumlaufen. Haben sie auch vollkommen recht. Ich habe zwar auch mehr Sachen, aber— Brauchst du auch Brandvorgaben für den Job hier? Ja klar. Ich werde hier wie eine Puppe einfach nur angezogen. Ist aber gut gelungen, muss man sagen. Wir lachen. Gut gelungen. Ja, das ist super, aber ich kaufe dann die Schuhe, aber das ist vor einem Event. Ich stelle mir vor, was ich anziehe, und dann bin ich relativ fokussiert. Und das war dann halt jetzt auch so. Ich bin in einen Laden reingegangen und da hat mir der Typ einfach zu viel gequatscht. Der muss mich in Ruhe lassen. Der hat meine Körpersprache nicht gelesen. Und beim anderen bin ich rein und dann gescannt, gescannt, gescannt und dann hat er gefragt: Wenn was ist, ich bin gerne da. Ich sehe, Sie wissen, was Sie wollen. Zack! Wo habe ich gekauft? Genau da. Aber beim anderen habe ich gesagt: Ich kann nicht denken. Hör auf zu reden.
Mark Holenstein
Ja, ja, ja, das ist wirklich. Und genau das ist ja, glaube ich, ein gutes Beispiel, oder? Customer Journeys sind heute einfach hochdynamisch und es ist nicht eben immer das Gleiche.
Joubin Rahimi
Total.
Mark Holenstein
Und man muss das halt einschätzen können. Und ich glaube, genau das versuchen wir halt, dass wir die zuerst mal Marketing, Sales, Service als Einheit irgendwo auf die Customer Journey, wir nennen das orchestrieren, können, aber natürlich dann auch das Finance und Supply Chain auch zu Rate gezogen werden, wenn es dann wirklich darum geht, hier muss auch was geschickt werden und hier muss auch Kreditwürdigkeit geprüft werden. Also ich glaube, es ist schon ein komplexes Konstrukt, so ein Unternehmen, und der Kunde ist noch komplexer. Aber ich glaube, mit dieser Orchestrierung, die KI-getrieben ist, haben wir so was Neues gefunden, glaube ich, was einfach wichtig ist. Deshalb, by the way, glaube ich eben, aus dem frühen wird ein dramatisch schöner Sommer werden. Vielleicht dieser Sommer, vielleicht der nächste Sommer, wissen noch nicht genau wann. Aber Firmen müssen sich dramatisch verändern, um diese nächste Welle zu kriegen.
Joubin Rahimi
Total.
Mark Holenstein
Und das startet mit Composable. Man muss weg von diesen alten Monolithen. Du brauchst ein Orchestration Layer.
Joubin Rahimi
Eigentlich geht es auch nicht um Composable, es geht auch nicht um Macht, das ist alles Tech.
Mark Holenstein
Das ist alles Tech. Aber natürlich brauchst du eine gewisse Grundlage, um dann oben die Kür hinzukriegen mit der KI. Ich glaube, du brauchst gewisse Grundlagen, damit die KI oben drüber dann auch dramatisch frei funktionieren kann.
Joubin Rahimi
So als Abschlussfrage: AI verändert auch vieles auf der Kundenseite und auch, wie eingekauft wird. Wie seid ihr darauf vorbereitet? Also es gibt ja immer die Diskussion, es gibt dann keine Webshops mehr und so weiter. Also aus meiner Sicht totaler Schwachsinn, weil es gibt auch immer noch Innenstädte und so weiter. Es gibt halt einfach einen weiteren Kanal. Wie seid ihr da aufgestellt als Emporix, um dann halt diesen Agentic Commerce mit zu unterstützen?
Mark Holenstein
Also, by the way, ich glaube 100%, was du sagst, die Kanäle habe ich mir gerade angeguckt. In den USA ist immer noch 60% vom B2B-Business auf traditionellen manuellen Kanälen unterwegs. Wird vielleicht immer noch ein bisschen weiter geschiftet, aber es ist schon immer noch viel. Von dem her glaube ich auch, werden Agenten einfach einen neuen, also wir nennen das Agent Experience, Also nicht Customer Experience, sondern Agent Experience. Was das genau sein wird, wissen wir heute, glaube ich, alle noch nicht so wirklich. Aber wir wissen, dass Einkäufer Agenten losschicken werden. Find mir einfach das günstigste Ersatzteil für meine Maschine hier. Und dann musst du mit diesen Agenten auch kommunizieren können. Und so versuchen wir halt eben die Grundlagen zu schaffen. Und ich glaube, nach wie vor sind so gewisse technische, solide Grundlagen, die du haben musst. Dass oben eine KI dynamisch funktionieren kann. Und da sind wir voll überzeugt. Also irgendwann wird die KI wahrscheinlich diese Webseite dynamisch zusammenbauen für dich, weil du willst ja keine Beratung. Du willst ja das mal gucken und dann das wird dynamisch eigentlich alles zusammengebaut werden vornheraus, ohne dass man da noch groß Dinge zusammen—
Joubin Rahimi
Wenn du einfach sagst im B2B, Mensch. Einer meiner ersten richtig großen B2B-Kunden ist Phoenix Contact gewesen, eigentlich meiner, mit denen durften wir Sachen machen. Ich stelle mir das gerade vor, großes, riesengroßes Industrieunternehmen, und du kommst auf die Webseite als Siemens, die dann halt Energieanlagen bauen, und die Sparte Züge halt Züge baut, und dann erkennt er das, und die AI baut dann halt das alles um, dass es ideal ist. Das ist eigentlich das, was du beschrieben hast.
Mark Holenstein
Ja, ich glaube eben, ich glaube, KI wird uns helfen, wirklich Dinge dynamisch zusammenzubauen aufgrund von irgendwelchen Dingen, die wir da über Impulse herausspüren können. Sei es eine Customer Experience, sei es eine Webseite oder sei es für einen Agenten oder sei es auch User Interfaces. Also ich glaube, die Zeit ist vorbei, wo man 3, 4 Monate für Wir bauen Cockpits irgendwo in 2 Stunden mittlerweile. Und sagen: Okay, du willst ein Account Payable Cockpit haben? Ja, hier, schau mal. Zack. Zack, gebaut. Der Bene hat da auf unserem Partnertag ein Value Stream gebaut. Jesus Christ. Das war irre, was der da in 8 Stunden zusammengebaut hat, oder?
Joubin Rahimi
Aber warum hat er das gemacht? Die hatten richtig Bock. Warum hatten die Bock? Weil die sagen: Technologie ist cool. Und die Menschen sind cool, mit denen man das zusammen machen kann. Die waren einfach heiß wie Frittenfett.
Mark Holenstein
Ja, das ist— Ich fand ja deinen Punkt eigentlich zum Schluss immer super. Ja, es ist zum Schluss, glaube ich, diese Community. Ja, das ist ja, mein Georg auch gerade gesagt, dass das ein Vibe war, so ein cooler Vibe, undefinierbar irgendwo, so ein bisschen wie hier, wenn ich hier reinkomme. Ja, das ist ein undefinierbar positiver Vibe da.
Joubin Rahimi
Das habe ich mir nicht ausgedacht, sondern das ist genau das, was wir hier ja auch leben wollen.
Mark Holenstein
Ja, und das ist für mich jetzt so was, was ich von dir mitgenommen habe, eigentlich für uns auch. Hey, alright, das ist ja eigentlich wirklich cool, wenn die Leute eigentlich sich manchmal auch im Markt wieder begegnen, aber hier doch alle sind und dynamisch was Neues kreieren wollen. Ja, und das war jetzt für mich einer der großen Takeaways, was ich von dir da mitgenommen habe, vom Partner Summit, dass wir müssen schauen, dass wir diese Community so richtig am Leben erhalten und auch pflegen. Menschen wird es hoffentlich immer brauchen.
Joubin Rahimi
Es wird es auf jeden Fall weiterhin geben.
Mark Holenstein
Und das macht das Leben auch lebenswert, glaube ich. Von dem her: Ja, alle Technologie, aber ich glaube, Menschen und Technologie zusammen können dann schöne Dinge bauen.
Joubin Rahimi
Es gibt keinen schöneren Schlusssatz. Menschen und Technologie können schönere Dinge bauen.
Mark Holenstein
Danke.
Joubin Rahimi
Danke dir.
Mark Holenstein
War sehr spannend.
Joubin Rahimi
Total. Und wenn ihr Fragen habt, postet gerne rein.
Mark Holenstein
Das mit der deutschen Autobahn, das war jetzt nicht so böse gemeint.
Joubin Rahimi
Ja, weil du hast recht, das ist das Schlimme. Hast ja recht. Insofern, wir freuen uns auf einen Dialog mit euch. Danke, dass ihr zugehört und zugeschaut habt. Und Mark, danke für deine Zeit und all die Infos.
Mark Holenstein
Aber danke dir. Freue mich auf einen schönen Tag.
Joubin Rahimi
Den werden wir haben.