#158 - Warum der Großhandel unterschätzt wird und trotzdem das System am Laufen hält

Fabian Haustein, verantwortlich für E-Commerce und Marketing bei SHK Deutschland, ist vor einem halben Jahr vom B2C-Handel in den B2B-Großhandel gewechselt. In der neuen insights!-Folge erklärt er, warum Großhandel mehr ist als ein Lager mit Lieferschein, was B2B und B2C wirklich voneinander lernen können und warum bei KI nicht jeder Trend mitgemacht werden sollte.

Beide Welten, also B2B und B2C denken auch von sich übereinander, dass sie sehr unique sind. Und ich glaube, der Klick kommt so ein bisschen, oder muss kommen, dass beides gar nicht so unique sind, weil wir handeln mit Menschen und mit Menschen, im Endeffekt mit Individuen. Auch wenn Firmen untereinander handeln, sind es trotzdem Menschen, die dann auch die digitalen Kanäle nutzen.

Fabian Haustein E-Commerce und Marketing SHK Deutschland

Großhandel als Betriebssystem: Warum die Lager-Metapher nicht mehr reicht

Wenn du Großhandel hörst, denkst du an Lager, Lieferscheine und vielleicht noch an einen müden Außendienst. Fabian Haustein hat in unserem Gespräch eine deutlich präzisere Metapher mitgebracht: Großhandel ist das Betriebssystem zwischen Hersteller und Endkunde. Es liefert nicht nur Produkte, es verbindet Industriepartner mit Handwerkskunden, organisiert Beratung, Beschaffung und Service und schafft eine Infrastruktur, ohne die das dreistufige Vertriebsprinzip in der SHK-Welt gar nicht funktionieren würde.

Diese Plattformlogik ist eine handfeste Realität. SHK Deutschland betreibt großflächige Badausstellungen, in denen Handwerker mit ihren Endkunden komplette Bäder konfigurieren können. Dazu kommen Energiesparwelten, in denen Wärmekonzepte erlebbar werden, und regionale Spezialisten für Themen wie Lüftungsanlagen. Wer das nur als Distributionsleistung versteht, übersieht den eigentlichen Wert. Es geht um ein orchestriertes Zusammenspiel aus Sortiment, Beratung, Fläche und Wissen, das in vielen anderen Ländern in dieser Tiefe gar nicht existiert.

B2B vs. B2C: Wer hier von 'unique' redet, hat den Markt nicht verstanden

Eine der ehrlichsten Aussagen aus dem Gespräch betrifft das Selbstbild beider Handelswelten. B2B und B2C halten sich beide für einzigartig und schauen mit einer Mischung aus Distanz und gegenseitiger Unterschätzung aufeinander. Fabian Haustein argumentiert anders: Am Ende handeln in beiden Welten Menschen mit Menschen. Auch wenn Firmen untereinander Geschäfte machen, sitzen auf beiden Seiten Individuen, die digitale Kanäle nutzen und Entscheidungen mit Bauchgefühl, Erfahrung und manchmal sogar Emotion treffen.

Daraus ergibt sich ein klarer Lerntransfer in beide Richtungen. Was B2B vom B2C lernen kann:

  • Geschwindigkeit und Experimentierfreude: kleine Tests schneller fahren, im Kleinen lernen, dann skalieren.
  • Community Building und Verknüpfung der Kanäle: Endkunden und Handwerker digital wie analog zusammenbringen.
  • Customer Journey besitzen: nicht nur einzelne Touchpoints liefern, sondern die ganze Reise denken.

Umgekehrt liefert B2B genauso wertvolle Lessons: tiefere Prozessdisziplin, eine höhere Toleranz gegenüber Komplexität und eine gesunde Skepsis bei jedem neuen Hype. Wer im B2B Prozesse einfach umwirft, riskiert echte Schäden, deshalb wird genauer geprüft. Dieses Mindset würde manchen B2C-Player vor teuren Schnellschüssen bewahren.

KI im Großhandel: Custom GPTs statt Trendkarussell

SHK Deutschland steht beim Thema KI am Startpunkt und geht das Thema bewusst geordnet an. Eine engagierte IT treibt das Thema, eigene KI in Form von Custom GPTs wird im Unternehmensverbund genutzt, und über interne Multiplikatoren wird die Kompetenz von Team zu Team weitergetragen. Das ist keine Revolution mit Pauken und Trompeten, sondern eine strukturierte Befähigung der Mitarbeitenden. Genau diese Behutsamkeit ist im Mittelstand und im Konzern die unterschätzte Erfolgsformel, weil sie Akzeptanz schafft, statt Widerstand zu erzeugen.

Spannend ist auch Fabians Haltung zu KI-Trends. Während halb LinkedIn jedem neuen Modell hinterherrennt, beäugt der Großhandel die Entwicklungen bewusst genauer. Nicht aus Trägheit, sondern weil die Prozesskomplexität im B2B höher ist und ein schneller Fehlentscheid teurer kommt. Aus Sicht eines Digital-Entscheiders ist das eine Disziplin, die in der eigenen Strategie öfter mal kopiert werden dürfte.

Datenschutz, IP und das Asset namens Unternehmenswissen

Ein in der KI-Diskussion oft unterschätztes Thema sind die Daten und das Wissen, das in Spezialbereichen steckt. Im SHK-Großhandel ist das zum Beispiel die Berechnung von Lüftungsanlagen, ein hochkomplexes Wissensgebiet mit echtem geschäftlichen Wert. Solches Wissen darf nicht naiv in öffentliche Modelle gekippt werden. Es ist ein Asset und gehört entsprechend behandelt.

Diese Haltung sollte für jedes Unternehmen mit spezialisierter Expertise zum Standard gehören. Das gilt für Maschinenbau-Daten genauso wie für Kundenkommunikation, Pricing-Modelle oder regulatorische Inhalte. KI ist nicht der Feind, im Gegenteil. Aber sie braucht eine klare Governance, bei der entschieden wird, welches Wissen wo verarbeitet werden darf und wo nicht. Wer hier keine Linie zieht, verliert auf Sicht das, was sein Geschäft eigentlich differenziert.

Die unbequeme Energie-Frage: Warum KI nicht kostenlos ist

Eine der originellsten Aussagen aus der Folge betrifft die Energie hinter dem KI-Boom. Wir reden über CO2 beim Autofahren, regulieren Verbrenner und konsumieren gleichzeitig KI, als wäre sie ein freies Gut. Tatsächlich braucht jede Anfrage Rechenleistung, jede Rechenleistung braucht Strom, und Strom ist nicht endlos verfügbar. Fabian Haustein bringt das in eine sehr brauchbare Faustregel: erst den eigenen Kopf nutzen, KI dann gezielt ergänzen, statt sie reflexartig vorzuschalten.

Das ist weder Technikfeindlichkeit noch Effizienzpredigt, sondern strategische Reife. Wer auf Skalierung setzt, muss Ressourcen mitdenken. Cloud-Kosten, Rechenzeit, Energieverbrauch, all das wird in den kommenden Jahren stärker zum Wettbewerbsfaktor, gerade in einem Marktumfeld mit steigenden Energiepreisen. Wer schon jetzt sauber priorisiert, baut Resilienz gegen genau diese Entwicklungen ein.

Fünf Skills für die nächste Dekade: Was Fabian Haustein seinen Kindern empfiehlt

Den vielleicht persönlichsten Moment des Gesprächs liefert die Frage nach der Berufswahl. Was rätst du deinen Kindern in einer Welt, in der KI angeblich alles macht? Fabians Antwort ist erfrischend unmodisch und gerade deshalb tragfähig:

  • Medienkompetenz aufbauen, damit man im Netz nicht jeden Quatsch glaubt.
  • Verstehen, dass kostenlose digitale Services mit den eigenen Daten bezahlt werden.
  • Handwerk mit digitaler Kompetenz verbinden, statt das eine gegen das andere auszuspielen.
  • Neugierig bleiben, lebenslang lernen, sich nicht auf einer Karrierestation ausruhen.
  • Lesen, Schreiben, Rechnen und eine Fremdsprache solide draufhaben, weil das die Grundlage für alles Weitere ist.

Diese fünf Punkte wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Auf den zweiten Blick beschreiben sie ein robustes Fundament, das in jeder Karriere trägt, egal wie schnell sich die Technologie drumherum verändert. Wer seine Mitarbeitenden, sein Team oder seine eigenen Kinder auf diese Skills hin entwickelt, baut Zukunftsfähigkeit auf, die nicht vom nächsten Modellwechsel abhängt.

Fazit: Großhandel hat Zukunft, wenn er sich neu erzählt

Die Folge mit Fabian Haustein ist eine seltene Mischung aus Branchen-Insight, ehrlicher Selbstreflexion und konkreten Empfehlungen. Sie zeigt, dass der Großhandel in der SHK-Welt weit mehr ist als reine Distribution und dass er sich nicht hinter B2B-Klischees verstecken muss. Im Gegenteil: Wer die Plattform-Logik konsequent denkt, Community Building ernst nimmt und KI mit Verstand einsetzt, baut ein Geschäftsmodell, das auch in der nächsten Dekade trägt.

Für Digital-Entscheider, E-Commerce-Leiter und Marketing-Verantwortliche bietet die Folge mehrere Anknüpfungspunkte: ein klareres Bild der eigenen Wertschöpfungskette, einen pragmatischen Umgang mit KI-Trends und eine ehrliche Reflexion über Ressourcenverbrauch und Skill-Aufbau. Genau diese Mischung macht den Unterschied zwischen Strategie-Theater und tragfähiger Transformation.

Du möchtest dir die Folge in voller Länge anhören?
Hier findest du den Podcast des Interviews:

Du möchtest dir die Folge lieber ansehen? Kein Problem!
Hier findest du eine Aufzeichnung des Interviews:

Du möchtest lieber lesen? 

Hier ist der Inhalt:

Joubin Rahimi

Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von insights!. Mein Name ist Joubin, Joubin Rahimi, und heute mit dabei Fabian Haustein. Wobei, heute ist mit dabei, wir haben schon mal Aufnahme gemacht, die wir nicht gesendet haben. Hi Fabian!

 

Fabian Haustein

Hi Joubin! Stimmt, danke, dass ich hier sein darf.

 

Joubin Rahimi

Total gerne. Das zweite Mal. Und wir waren auch hier, Panel Talk haben wir auch schon gemacht.

 

Fabian Haustein

Genau, letztes Jahr beides gemacht. Und irgendwo ist die Konserve stecken geblieben.

 

Joubin Rahimi

Da knüpfen wir auch an, weil ich glaube, das ist das Spannende. Fabian, du hast ja, ich glaube, du bist ja von der Vita, du kommst halt, bist ja kein klassischer Wirtschaftsinformatiker, IT-Leiter, du hast ja aus anderen Wegen deinen, oder aus anderen Richtungen deinen Weg gemacht.

 

Fabian Haustein

Ja.

 

Joubin Rahimi

Und das alleine ist schon mal eine Folge wert. Aber es war damals noch bei deinem vorherigen Arbeitgeber.

 

Fabian Haustein

Und auch im Handel.

 

Joubin Rahimi

Und auch im Handel. Also du warst ja im B2C-Handel, jetzt bist du im B2B.

 

Fabian Haustein

Yes.

 

Joubin Rahimi

Und dann will ich heute mal einfach eintauchen, was du dann so mitgenommen hast aus dem B2C-Handel, was der B2B auf jeden Fall lernen kann, mitnehmen kann, weil wir haben ja auch viel B2B oder hauptsächlich B2B und manchmal sagt man ja, B2C tickt so anders. Ja, aber die machen Sachen auch einfach geiler, weil die schon einfach Jahrhunderte tun mussten. Ist ganz platt, oder? Aber jetzt ein bisschen Vorrede auch zu dir, vielleicht magst du das noch ergänzen mit 2, 3, 4 Sätzen.

 

Fabian Haustein

Ja, genau, also auf jeden Fall der Wechsel von B2C zu B2B erstmal natürlich irgendwie so ein Sprung, man fragt sich warum, Hab dann mal irgendwann die mutige Reise angefangen. Das ist so ein bisschen Kurzfassung. Und ja, schon, also es gibt viele Parallelitäten, aber beide Welten denken auch von sich übereinander, dass sie sehr unique sind. Ja, so. Und ich glaube, der Klick kommt so ein bisschen, oder muss kommen, dass beides gar nicht so unique sind, weil wir handeln mit Menschen und mit Menschen, im Endeffekt mit Individuen. Auch wenn Firmen untereinander handeln, sind es trotzdem Menschen, die nutzen dann auch die digitale Kanäle, so wie auch die Araber. Irgendwie macht der Mensch auch das Geschäft, und das im Handel noch mehr, noch komplett. Von daher können beide voneinander lernen, check. Werden wir auch, glaube ich, gleich ein bisschen drüber sprechen. Aber auch müssen, glaube ich, beide sich gegeneinander mehr akzeptieren. Ich glaube, jetzt wird spannend. Kann man auch sagen so.

 

Joubin Rahimi

Ja, ja, worauf ich drauf komme, es mischt sich ja immer mehr, wenn ich mir dann noch mal die Lidl-Schwarzgruppe, die Schwarzgruppe ansehe mit Lidl, und dann hast du auf einmal die Baumarktlinie, ne, und haben die gute Produkte, zum Teil preiswert, das auch noch geiles Marketing drauf. Das ist jetzt ein Händler, der auf einmal wie ein Hersteller noch mal reinrollt, ne. Und jetzt sagen wir die SHK-Branche, oder auch ihr als SHK Deutschland, ist ja da bisschen auch die Bandscheibe zwischen Hersteller und Kunden. Ich hau das mal so raus.

 

Fabian Haustein

Ja, ich glaube, es ist eine wichtige Funktion, aber ja, das trifft es auch total, weil ich glaube, so dieses Großhandelsthema, was wir als SHK Deutschland machen oder auch unsere Marktbegleiter, ist ja total wichtig. Und dieses dreistufige Prinzip, was super lange schon etabliert ist, wir arbeiten mit den Industriepartnern, wir arbeiten aber auch viel mehr mit unseren Handwerkskunden und haben da eine total wichtige Funktion. Ich sehe das immer gar nicht so als als den Handel, sondern den Großhandel. Ich finde, irgendwie ist es ein bisschen, also eine Analogie, die mir total gut gefällt, ist das Thema Betriebssystem.

 

Joubin Rahimi

Okay.

 

Fabian Haustein

Ist ja schon irgendwie das Betriebssystem. Du hast nicht nur dieses Produkt, so ich hab die am Lager, ich mach die dahin. Irgendwie machst du auch mehr und machst viel möglich und du bist im Hintergrund, aber du bist irgendwie auch immer da. Das finde ich, ist schon ein Punkt, der, wie ich finde, das kommt nie aus der Mode aus meiner Perspektive. Nur der Händler mit Industriepark, da kann ich mir schwer vorstellen. Alles hat seine Vor- und Nachteile und ich finde diesen Gedanken des Betriebssystems, dass wir eben ein bisschen mehr sind als so ein Großhändler, das finde ich halt total gut und das sieht man auch immer mehr, fairerweise.

 

Joubin Rahimi

Ihr habt ja ganz viele wichtige Funktionen und ich glaube, einige wissen das, die mal ein Haus gebaut haben oder die natürlich in der Branche sind, aber wenn man dann halt mit dem Handwerker auf einmal in einen Showroom geht, der relativ groß ist, was aber nicht der Showroom vom Handwerker ist, sondern vom Großhändler. Das ist ja einer der Services, die ihr ja habt.

 

Fabian Haustein

Und kein kleiner Service, ne. Also es ist ja nicht nur da, dass dort die Produkte sind, die Folien, wo man halt dann dementsprechend sich sein richtig cooles Bad zusammenstellt. Von bis, ja, auch ganz privat, von eigentlich, wird wahrscheinlich gesteinigt, aber eigentlich fängst du bei 20.000 an, kannst du warten, oben ist keine Grenze. Es geht auch sky is the limit. Und dass du da jeden Handwerker und und dann auch den Kunden halt diesen Service an die Hand geben kannst, das alles zu präsentieren. Das ist halt total gut, ne? Bringt richtig Spaß. Wir ergänzen nicht nur dieses Thema Badausstellungen, was bei uns super präsent ist und sehr, sehr breit, große Anzahl von Badausstellungen. Wir haben auch einfach die Energiewelt, der Energiesparwelt, und da hast du das Gleiche. Da kann der Handwerker mit seinem Kunden kommen und kann sich über die Wärmezirkulation mehr.

 

Joubin Rahimi

Also Wärme oder auch Photovoltaik oder

 

Fabian Haustein

das Thema Wärme ist dort abgedeckt und das auch sehr schön für den Handwerker, aber für den Industriepark.

 

Joubin Rahimi

Ihr seid ja quasi dann der Enpal-Konkurrent.

 

Fabian Haustein

Ja, ja, schon

 

Joubin Rahimi

regional angesehen, ne.

 

Fabian Haustein

wir haben natürlich ein bisschen mehr, die haben natürlich, gehen anders an das Thema ran, so kommen wir ja aus dem Handwerk, aus der aus der Serviceorientierung, aber das kann man schon sehen. Ich glaube, wir haben es einfach früher gemacht und müssen da lauter werden.

 

Joubin Rahimi

Was kann B2B denn von B2C lernen? Also was nimmst du mit, wo du sagst, das werde ich implementieren, oder das habe ich gesehen, funktioniert?

 

Fabian Haustein

Wenn ich so ein bisschen auf meine Themen Marketing und im Speziellen Marketing und auch E-Commerce gucke, glaube ich, können wir als B2B einfach schneller mal ins Ausprobieren gehen, also eher in Experimenten denken. Es ist jetzt immer so negativ belegt, finde ich aber gar nicht, sondern dass du schon mal Dinge schneller angehst und guckst, wo du einfach im Kleinen schon mal vertesten kannst und das dann groß skalieren kannst. Ich finde schon, dass das im Handel oder im B2C schneller ist. Beide Welten sind super mutig auf ihre Art und Weise, aber man fängt da schneller an. Wiederum im B2B, du eine größere Spalte hast, die du einbeziehen musst von Funktionalität und Prozess, da kannst du das nicht immer so, dann musst du ja, kommst du mehr aus der Prozessdenke, das würde den Handel wiederum schaden. Aber wenn du da so eine Kombination hinkriegst, ich glaube, das ist schon etwas, wo man voneinander lernen kann und aufeinander gucken kann. Und dritter Punkt ist, glaube ich, dieses Thema der Verknüpfung der Kanäle, also du sprachst das Thema Warenaufstellung an, wird das noch viel mehr verknüpft mit digitalen Themen, was im B2C ja viel üblicher ist, dass du dich breiter aufstellst, viel mehr die Journey besitzt. Da kann man auch voneinander lernen. Es ist gar nicht gesagt, dass der eine das besser oder schlechter macht, sondern einfach die Inspiration daraus zu holen, diese Impulse.

 

Joubin Rahimi

Also immer sehr politisch ausgedrückt. Ja, aber ich glaube schon, wenn ich das mal weiterspinne, korrigier mich gern, ihr habt den Großhändler, der hat dann halt sein Home, du hast die Energiesparkonzepte, aber wie bekommst du den Handwerker mit dem Kunden dorthin? Also du unterstützt ja auch die Handwerker dann in dem Zuge.

 

Fabian Haustein

Aber da lernen wir massiv aus dem B2C, nämlich bei diesem Thema Community Building. Community Management, natürlich sehr buzzwordig, aber was steckt dahinter? Wir bringen schon jetzt und auch in der Vergangenheit den Handwerker mit dem Endkunden zusammen. Haben Events, die rund um das Thema laufen und bedienen uns da ähnlichen Formaten wie im B2C, um die beiden zusammenzubringen auf der Fläche in unseren Showrooms. Aber das noch ein bisschen digitaler und moderner zu denken, das ist das, was wir aus dem B2C durchaus mitnehmen können, auch mitnehmen, um dort einfach noch exzellenter zu sein. Und das aber, das ist die Herausforderung, dieses Traditionelle nicht zu vergessen. Und dann haben wir echt coole Ansätze, ehrlich gesagt. Wir haben jetzt gerade schon so ein, zwei Sachen gemacht, die auch aus den Showrooms herauskamen, was dann meine Leute im E-Com und im Marketing wundervoll unterstützt haben. Das sind schon schöne Dinge, also Experimente enstanden.

 

Joubin Rahimi

Okay, dann würde ich sagen, in einem Jahr noch mal hier und dann gucken wir mal rein, was du dazu dann so mitgeben kannst. Das zweite Thema AI ist natürlich in aller Munde. Wie geht ihr das an? Du hast ja gesagt, ihr seid ja am Starten des Ganzen.

 

Fabian Haustein

Ja, ich würde es als Startpunkt bezeichnen. Aus meiner Perspektive, ich bin ja auch noch gar nicht so lange in der Branche, also ein halbes Jahr jetzt ungefähr, Wir haben eine coole IT, die das Thema treibt, die sich da auch drum richtig kümmert, und das wird immer mehr ins Unternehmen getragen über Multiplikatoren. Also der eine zeigt es dem anderen und wir sind halt in der Lage, dass im Unternehmensverbund so wie wir jetzt schon in der Lage sind, eigene KI zu nutzen. So, ne, also Custom GPT nennt man es, glaube ich. Das ist schon ganz cool. Und dann wird geht es eigentlich im ersten Schritt darum gehen, die Leute zu enablen. Mindestens mein Team. Mein Team stellt uns da das, das gute Basis und Support dabei, um dann in die Richtung zu kommen. Aber natürlich wollen wir halt Trendthemen machen, also ein KI-Trend jagd den anderen, da glaube ich wiederum die Brücke zum Gefragten. Kann man von uns, glaube ich, eher lernen, aus dem B2C, weil wir jagen nicht jedem Trend direkt hinterher, sondern wir beäugen den noch mal, ich glaube mal, noch mal eine Spur, nicht ehrlicher, aber genauer reingehen. Das ist halt für uns eine Sache, dass die Geschwindigkeit passt.

 

Joubin Rahimi

Das ist natürlich auch, ihr dreht ja größere Räder, wenn du den Prozess änderst.

 

Fabian Haustein

Ja, die Prozesskomplexität ist viel höher. Das muss man aber auch erstmal lernen.

 

Joubin Rahimi

Wie geht ihr mit Datenschutz und Compliance in Bezug auf AI um?

 

Fabian Haustein

Das ist super wichtig. Von Haus aus wird aus der Patientenunterlagenbeschaffung, Compliance und Datenschutz, für uns ist ein sehr hohes Gut im Endeffekt, was wir sehr achten, weil wir auch wissen, dass unser, also in unserem Unternehmen ist es super wichtig, aber auch im Endeffekt auch für unser Hauptkunden. Es ist halt schon wichtig. Die gucken da drauf und daher gibt es da einen hohen Stellenwert in der Richtung.

 

Joubin Rahimi

Was schützt ihr besonders oder was ist besonders schützenswert?

 

Fabian Haustein

Die Unternehmensdaten und das Wissen, das Unternehmenswissen, weil die Branche ist auch sehr wissensgetrieben. Rechnungsmodelle für Lüftung zum Beispiel sind nicht ganz trivial, die musst du wirklich schützen, it's an asset.

 

Joubin Rahimi

Lüftung, also Lüftungsanlagen.

 

Fabian Haustein

Ja, genau, wie hier auf der, auf der, wenn wir auf die Decke gucken, muss man, oder die musst du berechnen. Ja, und da kannst du natürlich KI einsetzen, nur aktuell nicht. Wir haben da exzellente Leute, die das machen. Das ist wahrscheinlich ein guter Use Case. Aber das ist halt Wissen, was du beschützen musst, halt wirklich auch Unternehmens

 

Joubin Rahimi

IP dann dazu. Ja, da sieht man auch, wo dann Großhandel doch einmal noch Sinn macht, ne? Weil Großhandel ist ja nicht überall. In einigen Ländern gibt's halt den Großhandel gar nicht.

 

Fabian Haustein

Wir stellen diesen Service halt da an und arbeiten in jeder Region Spezialisten für bestimmte Themen. Hier im Norden ist es Lüfter, die Lüfter, so, und das ist halt schon ein richtig, richtig cooles Thema.

 

Joubin Rahimi

Die digitalen Services, die ja jetzt auch immer mehr kommen, wieso weil es ja auch ein Service ist. Was habt ihr so gelauncht, wo du sagst, das ist ganz cool? Weil ich weiß, über Zukunft redet die SHK-Branche ja nie. Irgendwas, was man so oder so schon einmal gesehen hat, aber was für andere dann für die Branche okay ist, aber für andere dann smarte Idee.

 

Fabian Haustein

Also wir haben Services, die ich durchaus super cool finde, die jetzt gar nicht einfach so aus der 90ern sind, die schon sehr lange am Laufen sind. Das ist einmal, dass wir relativ frühe digitale Badberatung angeboten haben. Also ich möchte ein Badezimmer mit selbst abstellen, da haben wir ein relativ hohes digitales Know-how gesammelt und dann braucht man auch menschliches Know-how, die uns in die Lage versetzen, sowas sehr schnell aufzubauen und dich in die Lage versetzt, so relativ schnell den ersten Überblick zu schaffen, was kostet mich sowas.

 

Joubin Rahimi

Ja, das ist ja das, was die Kunden wollen, ne? Schnell eine Idee, schnell eine Indikation.

 

Fabian Haustein

Und dann auch schnell zu einem Termin kommen und den Termin halt am Ende dann in unserer Badausstellung wahrnehmen.

 

Joubin Rahimi

Ist denn Geschwindigkeit für euch ein Verkaufsargument? Also Preis schnell, Idee schnell, Umsetzungszeitpunkt schnell.

 

Joubin Rahimi

Ich würde schon mal ja sagen, also für uns intern, also wenn ich so ein bisschen auf E-Commerce, Marketing gucke, sowieso. Natürlich, der Markt dreht sich ja auch, wir gucken ja nicht nur auf den Großhandel. Wir haben ja auch in Deutschland ein großes D2C-Feld in dem Bereich und da wollen wir natürlich auch immer ein bisschen mit am Puls der Zeit bleiben. Für den Kunden an sich, wenn wir jetzt mal nur auf den Endkunden, der in der Warteschlange ist, ist Geschwindigkeit auch ein Wert. Also einen Handwerker finden, der dir schnell dein Bad einbaut, Ja klar, das ist ein Thema.

 

Joubin Rahimi

So ein bisschen rhetorisch reingepresst. Ich habe doch ein bisschen Erfahrung sammeln dürfen.

 

Fabian Haustein

Aber auch da, zweiter cooler Service, es gibt Handwerkernetzwerke, wie die SHK hat, regional, und wo Regionalgesellschaften einen coolen Job machen und diese Handwerker dann mit unseren Endkunden abbringen. Und wir da auch erste digitale Plattform auch schon haben. Die haben dann eine andere Benennung, deswegen ist das ganz in Ordnung, noch geiler zu machen, aber das sind schon Services, die da sind und die auch genutzt werden, die echt cool sind.

 

Joubin Rahimi

Was würdest du— ich mache mal eine ganz andere Frage bei dir. Deine Kinder sind ja noch ein bisschen jünger.

 

Fabian Haustein

Ja, mittleren Alters, sagen wir es mal so.

 

Joubin Rahimi

Aber irgendwann kommt ja die Berufswahl. Was würdest du denen mitgeben? Die Frage hätte ich eigentlich jeden Tag heute stellen müssen, aber du bekommst als Erster diese Frage.

 

Fabian Haustein

Hab eine gute Medienkompetenz.

 

Joubin Rahimi

Ja.

 

Fabian Haustein

Also lass dir im Netz nicht nix von UFO machen. Verstehe, was dein Ding ist. Das Zweite wäre, wenn du irgendwas in der digitalen Welt umsonst bekommst, zahlst du mit deinen Daten. Diese Kernkompetenz haben wenige. Verbinde Handwerk mit digitaler Kompetenz, wäre das Dritte. Und bleib einfach neugierig. Ja, also die 5 Punkte, glaube ich, sind total wichtig. Neben einem 5. Punkt, der ist für mich aber allgemein, für mich bleibt irgendwie lernen lesen, schreiben, rechnen und eine Fremdsprache, dann hast du auch einen guten Blick auf die Welt um dich drumherum. Wenn du diese 5 Dinge zusammenbringst, hast du glaube ich jetzt in dieser volatilen Welt, wo man nicht weiß, was passiert überhaupt mit KI, also sorry, Es ist gerade ein krasses Thema.

 

Joubin Rahimi

Total. Aber meine Kids fragen halt so, wieso soll ich das lernen, das macht doch so oder so die KI.

 

Fabian Haustein

Genau, das ist nämlich der Punkt. Wenn es die KI wirklich tut, das ist nämlich das, was zu einer Nachfrage führt. Weil also aktuell sehen wir eine Krise, wo wir alle nicht mehr Auto fahren müssen. Warum? Weil unser Auto extrem viel Sprit verbraucht in der Masse. Volkswagen würde sagen, 3 Liter. Stimmt, aber wir konsumieren ja nur KI, aber KI braucht ja auch Energie, sehr viel sogar.

 

Joubin Rahimi

Sehr viel sogar.

 

Fabian Haustein

So, und wo kommt diese Energie irgendwann her und wie limitiert wird das dann irgendwann? Und ist KI dann immer der erste Schritt oder sollten wir vielleicht erstmal unseren eigenen Geist nehmen, KI dazu nehmen, weil verbraucht Energie. Wir sind ja eigentlich relativ smart Menschen, möchte ich mal denken, und ich glaube, das ist so ein Punkt, wo man drauf gucken muss. Ich glaube, den Trend muss man verstehen, wenn es von Lernen handelt, deswegen auch diese Kombination aus KI und Handwerk, sondern am Ende auch zu denken, okay, ich muss dahinter blicken, was bedeutet das dann.

 

Joubin Rahimi

Ja, cool. Also ich würde sagen, das ist noch mal ein Aufruf: Was würdet ihr denken, bringt ihr den Kindern bei für morgen, damit sie das Richtige studieren, lernen, ausbilden? Und dann können wir einfach mal weiter diskutieren.

 

Fabian Haustein

Finde ich total cool. Ich glaube, ich würde noch kombiniert hinzufügen.

 

Joubin Rahimi

Wir haben ja auch beide eher einen ungewöhnlichen Lebenslauf, und insofern ist es, glaube ich, der richtige Weg.

 

Fabian Haustein

Das muss nicht immer alles geradeaus sein.

 

Joubin Rahimi

In diesem Sinne würde ich sagen, wir freuen uns noch auf ein After Beer. Du kannst ja gerne noch total gerne bleiben, wir haben ja noch eine Session haben wir noch und schreibt Kommentare gerne rein. Danke dir, Fabian, dass wir es jetzt heute hier noch mal richtig geschafft haben. Und dann bis bald.

 

Fabian Haustein

Definitiv, vielen Dank, dass ich da sein durfte. Habt eine schöne Zeit.

Du hast Fragen oder Feedback?

Dann kontaktiere uns gerne direkt.

Joubin Rahimi
Managing Partner synaigy GmbH

Vertiefe dein Wissen mit uns

Jetzt Blog abonnieren und keine News mehr verpassen

✔️kostenlos ✔️jede Woche News ✔️Expertenwissen