KI im B2B 2026: Was 200 Großhändler und Hersteller wirklich über ihren KI-Einsatz verraten

Künstliche Intelligenz ist in der deutschen B2B-Landschaft angekommen. Das neue B2BEST Barometer des ECC KÖLN, erstellt in Zusammenarbeit mit synaigy und unterstützt von VTEX, hat 200 Großhändler und Hersteller befragt. Die Ergebnisse zeigen ein Bild, das gleichzeitig Mut macht und frustriert. Es wird investiert, es wird eingesetzt, aber es wird selten konsequent zu Ende gedacht.

KI ist längst keine Option mehr

54 Prozent der befragten Unternehmen stufen KI bereits heute als sehr oder äußerst relevant für das eigene Geschäft ein. 2024 lag dieser Wert noch bei 49 Prozent. Der eigentliche Sprung zeigt sich im Blick nach vorne. 85 Prozent erwarten in fünf Jahren eine hohe Bedeutung von KI für ihr Unternehmen. 2024 waren es 75 Prozent. KI ist damit kein Technologiethema mehr, das in der IT-Abteilung verhandelt wird. Es ist ein Strategiethema, das in der Geschäftsführung angekommen ist.

Diese Einschätzung schlägt sich direkt in den Budgets nieder. 85 Prozent der Unternehmen planen, ihre KI-Investitionen bis 2027 zu erhöhen. 27 Prozent davon sogar deutlich. Das sind keine Pilotbudgets mehr. Das sind Infrastruktur-Investments.

Status Quo: Was im B2B tatsächlich im Einsatz ist

An der Spitze der eingesetzten KI-Lösungen stehen Chatbots und virtuelle Assistenten mit 48 Prozent. 2024 lag dieser Wert noch bei 39 Prozent. Direkt dahinter folgt automatisierte Dokumentenerstellung mit 45 Prozent, ein Anstieg von neun Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die automatische Verbuchung von Zahlungseingängen liegt bei 44 Prozent.

Generative KI-Anwendungen legen überproportional zu. 41 Prozent setzen KI inzwischen für automatisierte Produktbeschreibungen ein. 37 Prozent nutzen sie für die Anreicherung von Produktdaten im PIM-System. 39 Prozent automatisieren interne Workflows mit KI-Unterstützung. Das zeigt, dass KI über den einfachen Chatbot hinauswächst und zunehmend in wertschöpfungsnahe Prozesse einzieht.

Mehr Geld für KI, gleiche Probleme bei der Umsetzung

Die drei größten Hürden bei der KI-Implementierung im B2B sind seit 2024 nahezu identisch geblieben. Integration in bestehende IT-Systeme liegt bei 44 Prozent, 2024 waren es 43 Prozent. Datenschutz- und Sicherheitsrisiken liegen bei 37 Prozent, 2024 waren es 39 Prozent. Technische Abhängigkeit liegt bei 30 Prozent, 2024 waren es 34 Prozent.

Zwei Jahre, deutlich mehr Investitionen, aber bei den Grundlagen kein messbarer Fortschritt. Die Budgets fließen in neue Tools und Lizenzen, aber nicht in die Voraussetzungen, die nötig wären, um diese Tools sinnvoll in den Geschäftsalltag zu integrieren.

Erfolgsmessung bleibt der blinde Fleck im B2B

Die systematische Messung des KI-Erfolgs findet in der Breite kaum statt. Die Mehrheit der B2B-Unternehmen trackt weder Umsatzeffekte noch Effizienzgewinne ihrer KI-Initiativen konsequent. Wenn überhaupt KPIs erhoben werden, dann vor allem Kostenersparnis, Umsatzsteigerung und Fehlerquoten. Aber auch das geschieht nur gelegentlich.

66 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen KI als strategisch relevant. Wer strategisch investiert, muss aber auch strategisch messen. Ohne belastbare Daten gibt es keine Grundlage für Skalierungsentscheidungen. Und ohne Skalierung bleibt KI ein teures Experiment mit offenem Ausgang.

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Joubin Rahimi
Managing Partner synaigy GmbH

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