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#tbd - Sogar der Bot verlässt deine Website: Warum schlechte Suche jetzt doppelt teuer wird

KI verändert die Suche im E-Commerce radikal: Nutzer erwarten Beratung statt Trefferlisten, KI-Agenten kaufen stellvertretend ein und Unternehmen steuern ihre Suche per MCP-Server direkt aus KI-Tools heraus. In der neuen insights!-Folge erklärt Christina Schönfeld, Director DACH bei Algolia, warum die SaaS-Apokalypse ausfällt, welche Softwareanbieter in der Agentic World trotzdem verlieren und warum Hunderte A/B-Tests pro Woche bald der Maßstab sind. Der Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und gibt dir konkrete Impulse für deine KI- und Commerce-Strategie.

Joubin RahimiJoubin RahimiManaging Partner · synaigy

7 Min. Lesezeit

Sogar der Bot verlässt deine Website: Suche ist das A und O!
„Diese Schnelligkeit, die gerade im Markt stattfindet, unterschätzen ganz, ganz viele Unternehmen, weil du einfach nicht mehr die Zeit hast, ein Jahr lang zu evaluieren, dann ein Jahr lang zu implementieren und dann zu gucken. Du musst dieses Iterative haben. In der deutschen Kultur bist du ingenieursgetrieben und planst vieles, denn wenn du eine Brücke baust, sollte sie besser gut geplant sein. Die Amerikaner probieren kulturell einfach aus, und wenn es nicht funktioniert, ändern sie ihre Meinung. Genau das stellen wir gerade in der AI-Welt fest, wie wichtig das ist.“
Christina SchönfeldEMEA Sales Leader @Algolia, Aloglia

Deine Keyword-Suche hat ausgedient: So suchen Kunden heute wirklich

Erinnerst du dich, wann du zuletzt nur ein einzelnes Keyword in eine Produktsuche getippt hast? Genau das ist der Punkt. Christina Schönfeld, Director DACH bei Algolia, beobachtet seit Jahren, wie sich das Suchverhalten im E-Commerce verschiebt: Long-Tail-Queries nehmen massiv zu, also seltene, spezifische Anfragen, die klassische Suchsysteme regelmäßig ins Leere laufen lassen. Nutzer beschreiben ihr Problem in ganzen Sätzen, formulieren um, probieren Varianten und erwarten trotzdem sofort das richtige Ergebnis. Gleichzeitig sinkt die Aufmerksamkeitsspanne immer weiter. Wer nicht rasend schnell das passende Produkt anzeigt, idealerweise personalisiert schon auf der Landingpage, hat verloren.

Die technische Herausforderung dahinter ist größer, als sie klingt. Deine Suche muss weiterhin treffsicher reagieren, wenn jemand schlicht T-Shirt eingibt, mit oder ohne Bindestrich. Sie muss aber genauso verstehen, was gemeint ist, wenn jemand nach einem Shirt für das Pilates-Workout fragt. Beides gleichzeitig zu können, Präzision und Kontextverständnis, ist der eigentliche Kern moderner KI-Suche. Und wenn die Suche mal nicht direkt liefert, sollte sie den Nutzer elegant weiterreichen: etwa in einen Chatbot, der per RAG-System auf verlässliche Produktdaten zugreift, statt zu halluzinieren, und aus der Beschreibung heraus passende Vorschläge macht. Suche wird damit vom Suchschlitz zur Beratung.

Agentic Commerce: Wenn dein wichtigster Kunde ein Bot ist

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus dem Gespräch: Es sind längst nicht mehr nur Menschen, die auf deiner Website suchen. KI-Agenten wie agentische Browser oder Tools wie Claude Cowork besuchen Shops, klicken, filtern und suchen stellvertretend für ihre Nutzer. Christina bringt es wunderbar trocken auf den Punkt: Wenn die Suche nicht funktioniert, hat auch der Bot keine Lust mehr, auf der Seite zu bleiben. Das klingt amüsant, ist aber knallhart geschäftsrelevant, denn der abgebrochene Agent nimmt den Kaufauftrag seines Menschen einfach mit zum Wettbewerber.

Für dich heißt das: Deine digitale Infrastruktur muss künftig zwei Zielgruppen bedienen, Menschen und Maschinen. Konkret solltest du prüfen:

  • Findet ein Agent auf deiner Website in Sekunden das richtige Produkt, oder scheitert er an schlechter Suche und unklarer Struktur?

  • Sind deine Produktdaten sauber, vollständig und maschinenlesbar aufbereitet?

  • Bietest du neben der klassischen Suche auch dialogische Zugänge wie einen Chatbot mit RAG-Anbindung?

  • Ist deine Plattform API-first aufgebaut, damit agentische Systeme überhaupt mit ihr interagieren können?

Wer diese Fragen heute mit Nein beantwortet, optimiert an einer Customer Journey vorbei, die sich gerade fundamental verändert.

Hunderte A/B-Tests pro Woche: Das agentische Backend kommt

Während alle über verändertes Nutzerverhalten sprechen, schlägt Christinas Herz für eine andere Entwicklung höher: die Art, wie Unternehmen künftig mit ihrer Suche arbeiten. Die alte Welt, in der Teams mühsam Synonyme pflegen und sich durch Dashboards klicken, sollte definitiv Geschichte sein. Stattdessen ziehen sich Teams über MCP-Server ihre Analytics direkt in KI-Tools wie Claude oder ChatGPT, lassen sich Optimierungspotenziale aufzeigen und schicken anschließend einen Agenten los, der die Kampagne aufsetzt und den passenden A/B-Test gleich mitstartet. Algolia war nach eigener Aussage der erste Anbieter mit einem MCP-Server am Markt und lernt gerade selbst in hohem Tempo, welche Use Cases Kunden damit umsetzen.

Eine Zahl aus dem Gespräch solltest du dir merken: Es kann nicht sein, dass Unternehmen nur einen A/B-Test pro Woche oder pro Monat fahren, es sollten Hunderte pro Woche sein. Menschlich ist das nicht zu leisten, mit Agenten schon. Die Vision dahinter: Du definierst deine strategischen Ziele und arbeitest mit Agenten zusammen, um dein Unternehmen zu steuern, statt jede Stellschraube selbst zu drehen. Genauso wichtig wie die Automatisierung ist dabei die Kontrolle. Gerade im Enterprise-Umfeld musst du präzise festlegen, welcher Agent auf welche Indizes und Daten zugreifen darf und wer was verändern kann. Der Werkstudent darf schließlich auch nicht alles, warum sollte es der Bot dürfen?

SaaS-Apokalypse? Warum offene APIs über dein Überleben entscheiden

Wenn Agenten künftig einkaufen und Entwickler mit KI ganze Softwareprodukte nachbauen können, braucht es dann überhaupt noch spezialisierte Anbieter? Auf diese bewusst zugespitzte Frage antwortet Christina erfrischend unaufgeregt. Die in vielen Podcasts beschworene SaaS-Apokalypse sieht sie deutlich nuancierter: Der Wert einer Lösung liegt nicht nur in ihren Funktionen, sondern im jahrelangen Learning rund um ein Problem. Genau das unterschätzen viele im Markt gewaltig. Für sie ist die aktuelle Debatte vor allem eines: Build vs. Buy on Steroids, eine uralte Diskussion mit neuem Turbolader. Dass durch die Commoditization of Development Work plötzlich jeder befähigt wird, Ideen umzusetzen, findet sie ausdrücklich gut, denn der Unterschied entsteht dann durch Kreativität und Strategie.

Ihre eigentliche Warnung richtet sich an eine andere Gruppe: Softwareanbieter, die nicht offen sind. Wer nicht API-first denkt, keine gute Dokumentation pflegt und nie in seine Entwickler-Community investiert hat, wird es schwer haben, weil agentische Systeme mit solchen Blackboxen schlicht nicht arbeiten können. Und ihr Ratschlag an dich als Entscheider ist herrlich konkret: Wenn dir ein Anbieter verspricht, dass du dir keine Gedanken machen musst und einfach anrufen sollst, Ticket und White-Glove-Service inklusive, dann sei skeptisch, ob dieses Modell in der Agentic World noch trägt. Offenheit ist keine Nettigkeit für Entwickler mehr, sie wird zum Überlebenskriterium.

AI first statt Mobile first: 40 Prozent schneller im Projekt

Weil Christina im Gespräch kurzerhand den Spieß umdreht und selbst Fragen stellt, gibt es in dieser Folge auch einen seltenen Einblick in den Maschinenraum von synaigy. Joubin berichtet von einem Projekt bei einem Industrieunternehmen, das komplett AI first aufgesetzt wurde: KI in der Entwicklung, KI in der Analyse, KI in der Abstimmung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, das Projekt war rund 40 Prozent schneller als ursprünglich geplant, bei geringerem Aufwand. Profitabel war es noch nicht, aber als Grundstein und Lernkurve unbezahlbar. Der entscheidende Erfolgsfaktor war dabei weniger die Technik als die Haltung: Ausprobieren erlauben, Bedenken zentral abfangen, damit das Team ohne negative Vibes einfach weitermachen kann.

Aus dieser Erfahrung leitet sich ein Prinzip ab, das weit über einzelne Projekte hinausgeht: Geschwindigkeit ist die härteste Währung im Markt. Wer Ausschreibungen traditionell zwei Minuten vor Abgabeschluss einreicht, verschenkt ein starkes Signal. Wer dagegen signifikant früher liefert, zeigt schlicht: Wir können das. Mit KI lassen sich Lastenhefte einlesen, Schätzungen durchführen und Angebote in Rekordzeit erstellen, der Nordstern bei synaigy lautet, ein Angebot innerhalb von 24 Stunden rauszulegen. Und wenn Kunden ihre RFPs ohnehin schon mit KI schreiben, während Dienstleister sie mit KI beantworten, sind wir Menschen ohnehin längst die Middleware zwischen zwei Agenten. Umso wichtiger, dass du die Ergebnisse weiterhin kritisch gegenliest.

Fazit: Iterieren schlägt Perfektionieren

Wenn du eine einzige Botschaft aus dieser Folge mitnimmst, dann diese: Die Zeit für jahrelange Evaluationen und Wasserfallprojekte ist vorbei. Christina bringt den Kulturunterschied auf den Punkt: Die deutsche, ingenieursgetriebene Gründlichkeit ist großartig, wenn du Brücken baust, aber in der KI-Welt gewinnt, wer iterativ arbeitet, ausprobiert und die Richtung anpasst, sobald neue Erkenntnisse da sind. Figure it out as you go ist kein Chaos, sondern die angemessene Antwort auf einen Markt, der sich im Wochentakt verändert.

Ob KI-Suche, Agentic Commerce, MCP-Server oder A/B-Testing im Hundertertakt: Alle Themen dieser Folge haben einen gemeinsamen Nenner, nämlich den Mut, früh anzufangen und unterwegs zu lernen. Schau dir die komplette insights!-Folge mit Christina Schönfeld an und hol dir die Impulse für deine eigene Digital- und Commerce-Strategie. Und wenn du wissen willst, wie ein AI-first-Projekt auch bei dir funktionieren kann, sprich uns einfach an.

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Joubin Rahimi

Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von Insights. Mein Name ist Joubin, Joubin Rahimi, und heute mit dabei Christina Schönfeld von Algolia. Hi Christina!

 

Christina Schönfeld

Hallo!

 

Joubin Rahimi

Schön, dass wir zu zweit mal sprechen. Wir haben gerade gerätselt, zweieinhalb Jahre ist es her.

 

Christina Schönfeld

Ja, unfassbar.

 

Joubin Rahimi

Genau, die Zeit rennt. Und ich weiß, nach dem Podcast hatten wir auch einige Gespräche, die dann direkt Interesse hatten, und damit haben die sich dann auch Algolia angeguckt, weil ihr wart ja einer der ersten, wenn nicht die erste Company, die AI in der Suche hatte. Na, jetzt, ihr habt ja immer noch in der Suche, aber ich glaube, ihr wart die ersten.

 

Christina Schönfeld

Ja, tatsächlich. Ja, wir haben es sehr schnell umgesetzt, natürlich in verschiedenen Elementen.

 

Joubin Rahimi

Es war noch vor ChatGPT, bevor die einen Hype bekommen haben.

 

Christina Schönfeld

Naja, AI gibt es ja auch schon eine ganze Weile und Machine Learning haben wir schon davor angewandt, tatsächlich. Natürlich durch generative AI ist noch mal ein ganz anderes neues Element dazu gekommen und da waren wir tatsächlich schnell dran. Aber wir waren auch die erste Lösung, die einen MCP-Server überhaupt angeboten hat am Markt, also ganz, ganz schnell umgesetzt hat. Und ja, wir mögen Schnelligkeit, ist ja auch unsere DNA.

 

Joubin Rahimi

Das ist super. Ich bin schon viel zu tief in den Fragen eingestiegen. Magst du zwei Wörter zu dir und zu Algolia sagen, für alle, die nicht die letzte Folge gesehen haben und Algolia nicht kennen?

 

Christina Schönfeld

Vor zweieinhalb Jahren, ja. Also daran merkt man schon, ich bin seit 8 Jahren bald bei Algolia mit dabei. Habe damals den Dach-Markt aufgemacht und die ersten Kunden abgeschlossen und dann auch das Team aufgebaut. Und ja, es läuft sehr gut, immer noch, es wird nie langweilig. Und ja, sehr stark gewachsen, durften viele neue Kunden auch gewinnen, insbesondere im letzten Jahr.

 

Joubin Rahimi

Und ja, ich finde das so schön, Algolia, eine europäische Lösung, und insofern

 

Christina Schönfeld

Oh ja, das ist wirklich tatsächlich auch ein wichtiges Element, weil wir halt unsere Gründer kommen ja aus Frankreich, haben wir so eine europäische Wurzeln, und auch das ist ein ganz starke in unsere DNA geschrieben, wie wir mit Daten umgehen, Datensicherheit, ja. Und gleichzeitig halt ein wahnsinnig internationales Unternehmen wegen Headquarter in den USA, in San Francisco immer noch, und Absolutes internationales Kulturgut.

 

Joubin Rahimi

Wenn man 8 Jahre dabei ist, dann spricht das ja schon für sich.

 

Christina Schönfeld

Ach so, ja.

 

Joubin Rahimi

Für das Unternehmen und für dich, für beides. AI, ihr wart die Ersten oder Machine Learning, die es eingebaut haben, und stimmt das eigentlich?

 

Christina Schönfeld

Ich weiß nicht, ob ich das so unterschreiben kann. Ich würde das erst journalistisch nachrecherchieren, ob wir wirklich die Allerersten waren.

 

Joubin Rahimi

Okay, dann können wir quasi nochmal einen Faktencheck machen. Ihr wart auf jeden Fall für uns, also aus meinem Wissen wart ihr sehr früh dabei, was Machine Learning und Co. anging.

 

Christina Schönfeld

Das ist wahr.

 

Joubin Rahimi

Jetzt ist ja AI in den letzten 2 Jahren wirklich wie eine Sau durchs Dorf getrieben, hat ja auch vieles verändert. Wie hat sich die Suche verändert für euch? Also hat sich das Nutzerverhalten verändert? Haben sich Anforderungen verändert?

 

Christina Schönfeld

Ja, also ich glaube, wir sehen 2 Stränge, nenne ich das immer, an Veränderungen. Natürlich das Verhalten von Endnutzern auf einer Webseite oder in einer App. Und dann auf der anderen Seite, das ist das Zweite, wie die Unternehmen mit einer Suche eigentlich zusammenarbeiten wollen. Und um erstmal auf das Erste einzugehen, Nutzererwartungen, also das haben wir schon, ich meine, ja genau vor ChatGPT-Launch wahrgenommen, dass durch diese Long-Tail-Queries, und damit meine ich halt Queries, die jetzt nicht unbedingt lange Wörter sind oder viele Wörter, aber die selten vorkommen, zunehmen. Und das ist nicht möglich—

 

Joubin Rahimi

auf den Plattformen, wo ich arbeite, auf Google.

 

Christina Schönfeld

Genau, so, und das war schon stark im Kommen, bevor Generative AI hinzukam, und jetzt natürlich ist es noch mehr der Fall, weil halt einfach die Nutzer erwarten, dass sie auch ihr Projekt umschreiben können und trotzdem noch die richtige Information finden. Und wir wissen alle, unsere Aufmerksamkeitsspanne sinkt und sinkt und sinkt. Und das ist natürlich in der Fülle der Informationen noch mehr gegeben. Du musst also rasend schnell das richtige Produkt anzeigen und das jetzt nicht nur in den Suchergebnissen sondern wirklich, wenn du auf die Landingpage kommst, idealerweise personalisiert, egal wer hinkommt, auf die Person, also die Intention sehr schnell erkennen. Und das Interessante finde ich, ist, dass selbst Bots natürlich eine Rolle spielen. Das sind ja nicht mehr nur die Menschen, die auf der Webseite kommen, sondern auch die Bots, die genauso suchen. Und ich weiß nicht, ob du es mal ausprobiert hast und wie es jetzt ist, aber als ich vor ein paar Monaten Komet, den Browser von Perplexity, als er gerade gelauncht wurde, auch ausprobiert hatte und auf irgendeinem Retailer besuchen wollte. Boah, wurde dafür geklickt und gesucht und gefiltert und das hat echt lange gedauert. Und auch jetzt mit Cloud Cowork, wenn die Suche nicht funktioniert, dann hat auch der Bot keine Lust mehr, auf der Seite zu bleiben.

 

Joubin Rahimi

Das ist auch schön, da hat sogar der Bot keinen Bock mehr, auf der Seite zu bleiben.

 

Christina Schönfeld

Ja, oder du brichst es halt ab, weil was du machen möchtest. Ja, also das sind neue Herausforderungen. Und dann natürlich gehst du weg von dem, ich navigiere nur oder gebe halt einen Keyword-Suche ein, sondern du möchtest ja die Beratung haben. Weil ganz viele Unternehmen denken drüber nach, wie können wir auch einen Chatbot haben, damit Nutzer einen Grund haben, auf unsere Seite wieder zu kommen. Und innerhalb von so einem Chatbot mit dem LLM, weil LLMs halluzinieren sehr gerne, wie wir alle wissen, brauchst du halt ein RAG-System, also eine Retrieval Engine, und das sind wir dann halt auch wieder. Und ja, also da kann man vieles ausprobieren. Ich kenne es selbst, ich renoviere gerade eine Wohnung und höre ich mal auf den Marktplätzen, DIY-Marktplätzen, und komme auch nicht drauf, was ich alles brauche. Statt dass ich mich dann mühsam rumklicke und suche, gehe ich echt oft in den Chatbot rein und frage, was ich brauche, und kriege dann da meine Vorschläge.

 

Joubin Rahimi

Okay, das ist quasi selbst verändertes Userverhalten. Also eigentlich Sätze gibst du immer mehr ein, oder Nutzer geben eher lange Sätze ein. Meintest du das, oder eher viele Begriffe?

 

Christina Schönfeld

Beides, sowohl als auch. Also, und das ist genau die Herausforderung, es ist so unterschiedlich, weil du brauchst immer noch die Treffgenauigkeit, dass wenn jemand T-Shirt eingibt, gar mit Bindestrich oder ohne Bindestrich, du schnell das Relevanteste finden wirst für dich als Nutzer. Aber dann hast du halt T-Shirt für, ich weiß nicht, für mein Workout, mein Pilates-Workout auch noch drin oder solche Dinge. Und das ist echt technisch gesehen gar nicht mal so leicht, das miteinander zu verknüpfen.

 

Joubin Rahimi

Beides auch zu verstehen, ne?

 

Christina Schönfeld

Ja, gleichzeitig. Und wenn du dann halt nicht die... Also wenn du halt eine längere Eingabe hast oder nicht direkt das findest, dass du halt innerhalb von dem Search Auto-Suggest auch schon Vorschläge machst. Hey, finde ich gerade nicht, aber hier by the way ist unser Chatbot und dann beschreibst du halt mehr, kriegst den Kontext aus der Beschreibung hin und schlägst dann wieder Ergebnisse vor.

 

Joubin Rahimi

Das Zweite, was du gesagt hast, war das Backend, also wie Unternehmen, was die Unternehmen von der Suche, oder da schlägt das Herz höher?

 

Christina Schönfeld

Da schlägt das Herz höher, weil ich das so spannend finde, was da passiert. Und ich glaube, ganz viele sprechen über natürlich das veränderte Nutzungsverhalten und Agentic-Commerce. Noch spannender ist es, wenn ich glaube, jetzt Unternehmen, das kennt ihr auch, haben unfassbar viel auf ihrer Roadmap, haben unfassbar viele Ideen, die sie umsetzen wollen, und meistens scheitert es dann an irgendwelchen Bottlenecks innerhalb der Organisation. Genau, und ich meine, diese alte Welt der Suche, so auch, da kann man immer irgendetwas dran rumschrauben, ja. Also, und in der alten Welt hat man irgendwelche Synonyme aufgesetzt, das sollte definitiv kein Thema mehr sein. Aber wo wir eigentlich hin wollen, ist ja auch, dass Unternehmen nicht nur automatisieren können, sondern dann auch die Kontrolle, natürlich wir immer mit Kontrolle, das ist bei uns das A und O und Tests aufsetzen könnt. Ganz, ganz viele A/B-Tests. Und irgendjemand hat das mal gesagt, vielleicht war es auch unser CEO, es ist mir echt im Kopf hängen geblieben, das kann doch nicht sein, dass unsere Kunden nur einen A/B-Test pro Woche oder mal im Monat aufsetzen. Ich meine, die sollten Hunderte pro Woche fahren und das ist natürlich menschlich dann nicht mehr gegeben. Aber es geht dann halt dahin, dass du natürlich MCP-Server in verschiedenen Kapazitäten einplanst, Ja, lieber, gib mir hier die Daten, die Analytics aus Algolia. Das ist heute schon möglich. Und dann kriegst du das zurückgespielt, das sind ja erst die Anfänge. Und dann sagst du als Nächstes, okay, hilf mir nun, eine Kampagne aufzusetzen oder der Analytics, genau, was sollte ich optimieren? Und dann rennt Agent los, optimiert es, und dann setzt du natürlich den A/B-Test gleich mit auf. Und schaust und optimierst dich immer weiterhin. Und ich glaube, letztendlich die Vision geht dahin, dass du ja neben deinen strategischen Zielen hast, deinen Fokuspunkt, und dann mit den Agenten zusammenarbeitest, um dein Unternehmen zu steuern.

 

Joubin Rahimi

Also Beispiel, ich versuche mal ein Beispiel zu nehmen. Du hast jetzt ein B2C-Beispiel, aber wahrscheinlich kann man es auch B2B ummünzen. Du hast ein Schreibwarengeschäft, ja, relativ groß, und verkaufst alles. Und auf einmal pusht ein bestimmter Artikel, Legami Stift. Die Kinder lieben diese Legami Stifte, schreiben gut und so weiter. Eigene Erfahrung, sagen wir mal so, die wollen immer irgendwas von Legami haben. Ja, und dann müssen die Suchergebnisse ja gar nicht weit oben sein, aber die sind irgendwo mit einer hohen Tendenz, das ist das, was du dann gut rausfiltern kannst. Also mit eurem Ansatz, ich hole mir die Analytics raus, ich hole mir ja das AdWord, analysiere mal, wo habe ich Trendveränderungen da, um dann zu erkennen, hey, die Marke Legami, die scheint gerade durch die Decke zu schießen in ihrem—

 

Christina Schönfeld

Ja, ja, genau, und das sollte natürlich automatisch passieren oder passiert heute auch schon automatisch anhand des Klickverhaltens. Dass sich das Ranking verändert. Und natürlich, wenn du, weißt du, du shopst gerne die Stifte für deine Kinder regelmäßig ein und hast eine Vorliebe.

 

Joubin Rahimi

Papa, Papa, Papa, Papa!

 

Christina Schönfeld

Was könnte da noch relevant sein für dich als Nutzer?

 

Joubin Rahimi

Ich muss ganz ehrlich sagen, die werden bei Thalia direkt gekauft.

 

Christina Schönfeld

Okay.

 

Joubin Rahimi

Da macht Thalia auf beiden Seiten einen guten Job. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Christina Schönfeld

Das ist eine ganz andere Geschichte.

 

Joubin Rahimi

Das Backend selber, du hast gesagt, ihr habt einen MCP-Server. Was kann man damit noch machen? Also wofür setzen das Kunden noch ein?

 

Christina Schönfeld

Okay, wir lernen das ja auch gerade und stellen das fest. Und das, was ich von unseren Product Managern weiß, wir gehen halt daran, wirklich zu schauen, was sind die tatsächlichen Use Cases, die die umsetzen wollen. Und das müsste ich noch mal nachfragen, was alles rauskam, weil auch für uns sind die ganzen Releases gerade so so schnell die Statistiken verändern. Das ist echt spannend. Also das, was ich definitiv weiß, ist, du bist in Claude drin oder in ChatGPT und du fragst halt, hey, gib mir die Analytics letzten Tage, Wochen und so weiter, und dann ist das klassisch. Das, was als Nächstes kommen wird, ist, dass du halt auch Dinge verändern kannst innerhalb von dem Dashboard. Wahrscheinlich dann fangen wir an, wahrscheinlich mit deinem Synonym und so weiter. Aber jetzt ist es so, ein langer Zeitraum. Das Interessante ist ja auch, du musst wirklich drüber nachdenken, gerade im Enterprise-Bereich, was sind auch die User-Rechte, die du dem Bot gibst, dem Agent. Und das ist das Erste, was wir gelöst haben. Also darüber haben wir direkt Gedanken uns gemacht.

 

Joubin Rahimi

Darf er alle Produkte durchsuchen oder nicht, oder welche?

 

Christina Schönfeld

Genau, welchen Index, aber das weißt du ja, das ist auch bei Algolia, da viele Einstellungsmöglichkeiten gibt. Das ist, da denkt man dann immer nicht drüber nach in der Evaluation unbedingt als Unternehmen, aber es ist ganz, ganz wichtig, dass du halt schaust, okay, kann ich meine Produkte und Indizes beschränken, kann ich sagen, dass mein Werkstudent vielleicht nur das und das einstellen darf oder gar nichts und so weiter.

 

Joubin Rahimi

Ist ja häufig der Unterschied von den Enterprise-Systemen zu Non-Enterprise. Auf der Funktionsmap bei so einer Ausschreibung können immer alle alles, aber die Frage wie.

 

Christina Schönfeld

Ja, ja, genau, alles im Detail.

 

Joubin Rahimi

Genau, der Teufel steckt auch im Detail.

 

Christina Schönfeld

Genau, der Teufel. Die machen schon lange, lange eingestellt, sonst wären wir auch nicht so gewachsen, wie wir gewachsen sind.

 

Joubin Rahimi

In Bezug auf Algolia und Suche, jetzt sei eine jetzt, wo Agentic Commerce dann braucht man ja gar keine Oberfläche mehr. Ich überspitze das mal. Dann brauchen wir ja gar keine Suche mehr. Wenn dir da jemand hier auf der Messe so begegnen würde, was würdest du sagen?

 

Christina Schönfeld

Das ist echt eine spannende Frage, nicht wahr? Weil letztendlich habe ich anderen Podcasts viel gehört, natürlich dieses SaaS-Apokalypse, die stattfindet, und alle können plötzlich auf einmal alles. Ich sehe es ein bisschen nuancierter, weil es geht um mehr als nur darum, was du als eine Funktion drauf hast, sondern auch das ganze Learning drumherum. Und ich glaube, ganz viele unterschätzen gerade im Markt, wie viel sich Softwarelösungen und Anbieter mit bestimmten Problemstellungen auseinandergesetzt haben. Und das glaube ich. Deswegen gibt es uns. Das fand ich jetzt sehr spannend. Und dann heute Morgen, das habe ich gehört, jetzt, weil mit Codex und auch Cloud Cowork eigentlich so eine Diskussion drüber ist, wie interessant das ist, dass die Unternehmen, beide Unternehmen halt so unterschiedliche Strategien fahren. Weil allein im UX eine Strategieentscheidung gemacht wurde von OpenAI, wir glauben, es soll alles halt in einem gleich und einheitlich sein und Anthropic sagt: Nee, wir möchten das halt, wir glauben, da ist ein Wert drin, das getrennt zu haben. Und also das heißt auch, dass bei diesem Thema UX wieder eine Riesenrolle spielt und man weiß gar nicht, was unbedingt das Endnutzerverhalten sein wird.

 

Joubin Rahimi

Ich glaube, da sind wir am Anfang und keiner weiß genau, wohin es geht.

 

Christina Schönfeld

Was ich aber auf jeden Fall glaube, ist, dass Softwareanbieter, die nicht offen sind, die nicht API-first, weißt du, aber die nicht ihre Dokumentation auch haben, die nicht in ihre Entwickler-Community rein investiert haben, denen wird es schwer fallen, weil auch Agentic-Systeme dann weniger Informationen zur Verfügung haben, um mit diesen Systemen zu interagieren. So meine Theorie. Und Ja, ich glaube, da sollte man sich viele Gedanken drüber machen, wenn ein Anbieter einem verspricht: Hey, wir lösen alles für euch, macht euch keine Gedanken, ihr ruft uns einfach an, Ticket und White Glove Service. Weiß nicht, ob das in der Agentic World noch so funktionieren wird.

 

Joubin Rahimi

Zum einen bin ich spannend, dass du gesagt hast, wir haben dann alles offengelegt. Wir haben einen anderen Kunden, der hat über die Dokumentation seine Software nachentwickeln lassen mit AI. Also umgekehrt. Reverse Engineering. Ja, die Frage ist schon, wie viel können auf einmal AI-Systeme von bestehender Software wegentwickeln. Aber ich glaube, das ist immer nur die Hälfte der Wahrheit, weil dann hast du vielleicht Softwarestück, das es kann. Du musst es betreiben, vielleicht machst du auch dann Base44 betreibt es dann oder so. Genau. Aber du brauchst ja trotzdem immer noch Menschen, weil es verändert sich ja. Und die kümmert sich weiter.

 

Christina Schönfeld

Ich glaube, für mich hört sich alles so ein bisschen nach Build vs. Buy on Steroids an. Also diese Diskussion gibt es schon seit Ewigkeiten. Und ja, ich glaube, das ist völlig okay.

 

Joubin Rahimi

Jetzt gibt es aber so einen Moving-Shoot für die Entwickler. Ja. Die machen alles selber.

 

Christina Schönfeld

Ich finde es ja, nicht nur die Entwickler, ich finde es ja richtig super, dass halt jeder eigentlich jetzt gerade beflügelt wird und befähigt wird, wird, auch seine Ideen umzusetzen und auszuprobieren. Das ist die Commoditization of Development Work. Und dann geht es halt darum, okay, was unterscheidet mich wirklich als Unternehmen? Und das ist die Kreativität, die dahinter ist, und wie du über deine Strategie nachdenkst.

 

Joubin Rahimi

Bzw. bei euch ja auch, wie ihr zu den Ergebnissen kommt, ne? Das ist ja, und welche Möglichkeit man hat, das doch zu manipulieren.

 

Christina Schönfeld

Ja, genau, Kontrolle auch wieder, genau, ja, ja, tatsächlich, dass du nicht alles aus der Hand gibst und gar nicht mehr weißt, was passiert, sondern an dem Moment mit der KI arbeitest, ja.

 

Joubin Rahimi

So, bevor ich dir noch eine weitere Frage stelle, im Vorgespräch hat Christina gesagt, kann ich dir auch Fragen stellen?

 

Christina Schönfeld

Ja, klar. Ja, genau, stimmt, gut. Ich bin ja eigentlich immer diejenige, die die Fragen stellt, das ist ganz ungewohnt für mich. Wie seht ihr das denn? Weil tatsächlich, wie nehmt ihr das wahr, wenn ihr mit euren Kunden sprecht? Gehen die, ja, wenn die KI hören, denken die eher, oh, ist noch ganz weit weg, oder gehen sie voll auf?

 

Joubin Rahimi

Nachdem sie mit uns gesprochen haben, denken sie nicht mehr, es ist ganz weit weg. Gut, aber zuvor. Die meisten, die probieren irgendwas aus und sind schon mindestens auf der Ebene. Ob die Geschäftsführung und die Budget-Owner das schon tun, das ist immer noch mal was Zweites. Spätestens dann, wenn wir mit Angeboten reinkommen, wo sie sehen, dass wir bestimmt mit AI machen und auch Annahmen treffen bzw. Anforderungen haben, dass wir sagen, das würden wir gerne wollen, dann kannst aus und Preis haben, dann merkst du so, okay, wie viel macht ihr denn mit AI? Und dann kommt so ein Gespräch dazu zustande. Weil wir machen viel, also wir entwickeln mit AI, wir haben Produkte, die auf AI basiert sind. Kunden selber hängt sich ja stark vom Reifegrad ab, aber viele, gerade so in den Line-of-Businesses, nutzen dann halt schnell mal was, weil das kannst du ja auch privat machen, ne? ChatGPT 20 Euro selbst 100 mit Claude, und du siehst auf einmal, auch wenn du nichts angebunden hast, kannst du trotzdem Sachen hochladen und merkst, was für ein Vorteil dir das bringt. Ja, und auf den unteren Ebenen, also die, die operativ tätig sind, gibt's einige dieser Frontrunner, die probieren es einfach aus. Und die Frage ist, was für ein Boden hat diese Firma? Können diese Leute mehr machen oder nicht? Wenn ja, dann dann geht's nach vorne. Wenig Firmen aus unserer Sicht haben einen Plan vorne dran und ziehen das zentral durch. Ich glaube aber auch, dass es nicht das Richtige ist, zentral alles durchzuziehen, weil du lässt die Kreativität einfach liegen.

 

Christina Schönfeld

Ja, und siehst du irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen den Unternehmen, also gibt's spezifische Hebel, bei denen du sagen würdest, ah, deswegen funktioniert das gut, also weniger Prozesse? Oder wer steuert solche Prozesse eigentlich? Gibt es, siehst du irgendwie Chief AI Officers, die rumlaufen?

 

Joubin Rahimi

Den Titel habe ich wirklich nirgendwo gesehen. Ich glaube, der ist aber verkehrt. Alle müssen mit dieser neuen Technik umgehen. Chief AI heißt für mich ja immer in den Vorstand rein, aber eigentlich musst du den Geschäftsführer dorthin bewegen. Da haben wir jetzt, das jetzt unabgesprochen, wir haben wirklich mit der anderen Firma Ecodynamics, die für das Handelsblatt und die FAZ für Geschäftsführer solche Trainings aufbereiten, wir unterlegen das noch mit anderen Inhalten, nur für diese dann halt so ein Tagestraining, damit die Person einfach verstehen, was ist das, wenn er das auf Geschäfte, wer hat solche Sachen schon gemacht. Dass diejenigen das verstehen, weil es verändert ja wirklich grundlegend ganz, ganz viel. Und ich glaube, das ist die Gemeinsamkeit. Die, die da noch nicht mit angefangen haben, haben eher eine Firma, wo nicht die Freiheit da ist, entweder weil sie nicht gelebt wird oder nicht da ist, und wo die Führung es auch nicht pusht. Ja, und ja, wir wollen wenigstens die enablen, die sagen, ich glaube, da ist was, dann haben die nur Geschäftsführung und danach tauscht man aus. Also ich glaube, das ist der Hebel da dran. Es muss von oben herab die Strukturen weiter und die Freiräume geschaffen werden, aber viel kommt auch gerade schon von unten und die macht man einfach.

 

Christina Schönfeld

Ja, macht man natürlich. Also das ist das Spannende, dass halt gerade, wir befinden uns alle in einem gemeinsamen Jugend forscht Projekt, wo jeder gerade ausprobiert und das gewinnt dann eine Dynamik. Natürlich musst du immer drüber nachdenken, gerade wenn du mit Kundendaten arbeitest, dass du super vorsichtig bist und deswegen verstehe ich auch viele Unternehmen, die erstmal einen Schritt zurückgehen wollen.

 

Joubin Rahimi

Aber das Spannende ist halt natürlich auch die Kundendaten, es gibt auch andere schützenswerte Daten. Jetzt sind wir bei uns, wir haben ein Projekt bei einem Industrieunternehmen, und Schmersal, ich glaube, das ist so ein gemeinsamer Kunde von uns. Wir sind jetzt auch gerade seit Montag live, also ganz frisch, und da haben wir gesagt, wir steigen ja AI-mäßig ein, AI first, also nicht Mobile first, sondern AI first. Wir hatten das initiale Angebot, war einfach weit über dem Budget des Kunden. Der hatte auch jemand, der war unterm Budget, aber wie gesagt, ich vertraue dem nicht. Alle waren drüber bis auf der eine, und ich würde es grundsätzlich mit euch machen wollen, aber ihr seid über meinem Budget. Und dann haben wir bestimmt ein halbes Jahr lang gebraucht, bis wir dann zueinander kamen. Aber wir kamen nur zueinander, indem wir gesagt haben, wir machen alles mit AI, es wird nicht alles komplett auf die Goldwaage gelegt, auch wenn wir Pflichten und Lasten Heft haben, also ganz klar. Klassisch reingegangen sind und wir dürfen die Daten dann halt in die AIs bewegen und das heißt ja nicht, wir dürfen auch mal die nicht nehmen oder jenes nicht nehmen und das Projekt war so viel schneller, als wir es initial geplant haben. Wir waren mit 40% zügiger dabei, der Aufwand war geringer. Wir haben viel gelernt, deswegen war das jetzt kein profitables Projekt, aber es war der Grundstein für alles Weitere. So, warum habe ich das alles erzählt? Weil all das, was sie gemacht haben, war immer wieder neue Sachen ausprobieren, mal mit ChatGPT, mit GitHub, Claude wir wollen das anbinden, oder die jenes anbinden, dann kamen die Datenschützer von uns in der Firma hoch. Wir haben immer gesagt, immer wenn was hochkommt, an mich, immer wenn das hochkommt, an mich. Ich wollte, dass die einfach nicht diskutieren müssen und keine negativen Vibes haben, sondern einfach weitermachen können. Und es gibt natürlich schützenswerte Daten, die wir auch haben. Also wir haben Rüstungsunternehmen, wir haben öffentliche Dienste, wir wissen von vielen auch Privatadressen von Leuten, die sollte man nicht haben, also nicht alle von uns, sondern im Kontext. Das darf natürlich nicht irgendwie berührt werden, das ist total klar, aber die meisten Firmen haben so oder so Microsoft im Einsatz, Google, sonst was, und schieben die Daten so oder so in ein FIS-Act-bedienendes Unternehmen, und dann sind die so oder so in den USA. Also manchmal wird die Diskussion auch deutlich übertrieben. Okay, ja, also ich freue mich alles, was in Europa ist. Jetzt rede ich viel zu viel. Christina hat da hochgedreht.

 

Christina Schönfeld

So läuft das.

 

Joubin Rahimi

Das verstehe ich, dann ist sie gut drauf.

 

Christina Schönfeld

Genau. Na ja, also jetzt habe ich meine Frage vergessen.

 

Joubin Rahimi

Kein Problem. Wir können ein Wrap-up machen. Das ist das, was wir sehen, und die Softwareentwickler, die bei uns auch kritisch drauf geguckt haben, mit dem Projekt, haben diejenigen, die im Projekt waren, gesagt: Okay, das passt. Ist der Code jedes Mal perfekt? Nee, aber man misst auch mit zweierlei Maß.

 

Christina Schönfeld

Ich erinnere mich, ich glaube, wir haben damals drüber gesprochen, als wir das letzte Mal gesprochen hatten, oder vielleicht, wenn ich mich nicht irre. Weil ich glaube, was so faszinierend ist, das, was du beschreibst, es ist wirklich ein total iteratives Projekt, also figure it out as you go. Und ich glaube, weil du gerade erwähnt hast, ihr habt ein halbes Jahr lang gebraucht, um überhaupt zu dem Abschluss zu kommen, also in der Evaluation wahrscheinlich noch länger, und das Projekt lief dann—

 

Joubin Rahimi

Abschluss, einmal nur den Vertriebsabschluss, wo eigentlich schon alles klar war und man hätte unterschreiben können. Das war vielleicht dreiviertel Jahr.

 

Christina Schönfeld

Ja, und ich glaube, diese Schnelligkeit, die gerade stattfindet im Markt, unterschätzen ganz, ganz viele Unternehmen, weil du hast halt einfach nicht mehr die Zeit, ein Jahr lang zu evaluieren und dann ein Jahr lang zu implementieren und dann zu gucken, sondern du musst halt dieses iterative haben. Und ich glaube, damals deswegen, Podcast, das sage ich schon seit vielen Jahren, unsere Dynamik in der deutschen Kultur, du bist halt ingenieursgetrieben, da planst du vieles, weil wenn du eine Brücke baust, sollte sie besser gut geplant sein und nicht zusammenbrechen. Und die Amis, das ist kulturell, die probieren halt aus, und wenn es dann nicht funktioniert, dann ändern sie ihre Meinung und dann fängt es wieder an. Genau, und ich glaube, das stellen wir gerade halt fest in der AI Welt, wie wichtig das ist.

 

Joubin Rahimi

Geschwindigkeit ist viel. Jetzt war der Kunde, hätte schneller sein können, und wir natürlich auch. Was wir jetzt aus dem Projekt mitgenommen haben, ist halt, oder wann haben wir Deals gewonnen? Wenn so eine Ausschreibung da ist und du sagst so 3 Wochen am Freitag 12 Uhr ist die Abgabe, wann hast du typischerweise abgegeben? Freitag 11:58 Uhr in 3 Wochen. Ganz, ganz häufig. Das haben wir vor paar Jahren geändert. So schnell wie möglich abzugeben. Man verspielt sich natürlich immer die Chance Richtung Preis. Also wenn du was mitbekommen hast, was du nicht mitbekommen solltest und so weiter, oder dir noch andere Gedanken machen kannst, wenn du es hinauszögerst, hast du immer noch die Möglichkeit, was zu ändern. Wenn du es früh abgibst, kannst du es nicht ändern. Aber was wir festgestellt haben, ist, wenn du früh abgibst, wirklich signifikant früher, dann zeigt es einfach, du kannst das. Und mit der AI haben wir jetzt das auch so Lastenhefte eingelesen, die Schätzung durchgeführt. Weil du kannst, die Softwareentwickler können ja schätzen ohne Ende, und je länger die schätzen, wird es nicht besser. Ja, es wird eigentlich immer nur teurer. Und dann, okay, das muss ab in die AI rein, und dann kommt einmal ein Vertrag raus. Also da sind wir noch nicht, aber das ist die Grundidee, wo wir sagen, wenn ein Kunde kommt und wie auch immer die Sachen beschreibt, will ich, dass wir ein Angebot innerhalb von 24 Stunden rauslegen können. Einfach einmal so als Nordstern.

 

Christina Schönfeld

Ja, das geht schon direkt an mein Team weiter hier. Wir sind doch professionell.

 

Joubin Rahimi

Weil wenn der Kunde sagt: Okay, krass! Und das passt dann mit all den Details, die der Kunde mit reingegeben hat, dann ist das super.

 

Christina Schönfeld

Ich finde das auch sehr amüsant, weil du halt immer mehr feststellst auch, dass die Kunden natürlich AI nutzen, um ihre RFPs zu schreiben. Und letztendlich hast du da schon so, wir sind quasi, wir Menschen sind die Middleware. Also sind eigentlich zwei Agenten nebeneinander.

 

Joubin Rahimi

Auch das ist ja super okay. Und dann haben wir so ein Riesending, und wenn du als Mensch das durchführen musst, dann denkst du auch, boah, Logo links oben kann ich wirklich ändern, ne? Also ihr habt wirklich mal so eine Ausschreibung, 3000 Zeilen, das Logo muss austauschbar sein. Okay, ihr wollt eine Headless- Was soll diese scheiß Frage da drin? Das haben wir mit AI gemacht. Alles geil. Aber wenn du es dann mit AI auch beantworten kannst, dann stört dich das ja gar nicht mehr.

 

Christina Schönfeld

Ja, aber du musst schon entgegenlesen. Also stellen wir immer fest, dass du halt, das ist ganz, ganz wichtig, dass du halt immer noch mal alles durchcheckst und noch sind wir noch nicht ganz da, glaube ich, mit den KI-Systemen.

 

Joubin Rahimi

Ja, das ist ja auch gut. Ein Kunde hat halt das Ding gesagt, 6 Wochen habt ihr Zeit. Schickt es dir und Tag später sagt er, hier ist das Angebot, wir können anfangen. Und dann sage ich, ja okay, jetzt warten wir noch 6 Wochen. Weil kannst du 6 Wochen lang den Kunden noch betüddeln, super, und weißt halt, wir können das machen, wir können das machen.

 

Christina Schönfeld

Okay, so, also wer immer diesen Podcast gerade hört und noch nicht da drin ist, gerne testen oder you win the RFP schicken. Ich habe es noch lieber, wenn man mir gar keine RFP schickt, sondern einfach nur ein Gespräch und dann geht die Evaluation los natürlich. Aber ja, wir nehmen gerne RFPs an und können Challenge aufmachen.

 

Joubin Rahimi

Christina hat jetzt alles gekapert. Danke fürs Zuschauen und wenn ihr Fragen habt Richtung Algolia, Suche, allgemeine Suche, unten rein oder über LinkedIn. Bist du glaube ich auch erreichbar.

 

Christina Schönfeld

Ja.

 

Joubin Rahimi

Haben wir gar nicht abgesprochen, aber wer ist heutzutage nicht auf LinkedIn.

 

Christina Schönfeld

Das war's.

 

Joubin Rahimi

Hat mich gefreut.

 

Christina Schönfeld

Vielen Dank.

 

Joubin Rahimi

Danke.

 

 

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  • Joubin Rahimi

    Managing Partnersynaigy

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